Zum Auftakt der 1.Männer beim NSV

09:45:16 18.09.2016 von Alexander Klatte

Nichts für schwache Nerven

Ostsachsenliga Männer

NSV GW Görlitz – OHC Bernstadt 29:29 (13:18)

Ich kann nach diesem Spiel nur in verschiedenen Zeitebenen schreiben. Und ohne „Bildungsauftrag“ (wie es Tom so schön bei meinem Geburtstag formuliert hatte). Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und so unterhielt ich mich gestern Abend in Kemnitz beim „Heimspiel von Matze Reim“ mit verschiedenen Leuten. So dass dies denn bei 4000 sangeswütigen Fans denn geht. Mit Andreas Weickelt länger, der sichtlich angenagt schien ob der Situation, dass nun doch verstärkt Spieler seiner trainierten A bei den Männermannschaften aushelfen mussten. Mit Danny Burkhardt, der vor Stolz noch ein Stückchen größer wurde, dass er gestern seine allerersten Minuten bei der 1.Männer absolvieren konnte. Mit weiteren Spielern, die dann auch berichten konnten, dass Tom aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Die Personaldecke ist dünn. Sehr dünn. Die im Vorfeld logische Konsequenz, dass die im letzen Jahr so erfolgreiche männlich B den Grundstock mit Karl und Toby stellen und sich in diesem Feld weiter entwickeln und vor allem nicht verheizt werden sollen. Das wäre der Idealfall. Aber: da müssen schon alle da sein. In der 1. und 2.Männermannschaft (welche gestern nach Halbzeitführung noch deutlich in Görlitz geschlagen wurde). Es wird in der Saison vermutlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Nachwuchsspieler in den Kadern mit eingesetzt werden. Zum Spiel oder besser: zu der Zeit davor. Mit Florian Höhne fehlte krankheitsbedingt ausgerechnet ein Spieler auf der Halben, auf dem nach seinem zweijährigen Gastspiel bei Koweg Görlitz große Hoffnungen ruhen. Und es kam noch arger. Torwart Tom Seidel verletzte sich in der Kabine vor dem Spiel so ernsthaft, dass er mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht werden musste. Und da muss man Danke sagen an alle Beteiligten, die mit dieser neuen Situation so hochkonzentriert umgingen. Ansonsten war die Grundkonstellation zu den letzten Jahren fast deckungsgleich. Beim NSV sind nur drei Spieler unter 30 Jahre, beim OHC nur zwei drüber. Über die körperlichen Unterschiede (die „gelbe Wand“ der Görlitzer) habe ich schon in letzter Zeit ausführlich geschrieben. Es war angerichtet. In neuen schmucken Dressen. Und es wurde ein Spiel, der nicht nur meine Nerven und Stimmbänder in den Grenzbereich trieben. Nach 28 Sekunden vollendete Stefan Deutschländer den angesagten Spielzug zum 1:0 für den OHC. Und ließ weitere 9 Tore in der Spielzeit, welche er komplett durchmachte (!) folgen. Das brauche ich nicht kommentieren. Das spricht vollends für sich. Der NSV geht mit 3:2 in Führung. Es wird die einzige Führung der Gastgeber in diesem Spiel sein und bleiben. Was der OHC bis weit in die zweite Hälfte an Handball zeigt, ist auf einem ganz hohen, ausgereiften und effektiven Level. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann findet erst in 21. Minute ein Torwurf nicht das Ziel. Mann, waren die Männer gut. Christoph mit Pech (ihm wird ein reguläres Tor nicht zuerkannt, zudem scheitert er einmal beim 7m) und ansonsten mit enormer Sicherheit. Tony mit herrlichem Heber zum 6:5, Steve lässt es krachen. Konter vom feinsten werden in Tore veredelt. Das war für den NSV viel zu schnell. Der OHC in einem Guss. 8:13. Und Schetti hält und hält. „Robert Schetter“ skandieren die zahlreichen OHC Fans auf den Rängen. Dann auch Willi zum 10:14 und Steve mit einer Konterattacke gleich hinterher. Erst in der 25.Minute gebrauchen die Trainer Heinze und Kirchner die grüne Karte. Mehr als Feinkorrektur dürfte aber nicht besprochen worden sein. Zwei Würfe (mit Pech für Falko bei Lattenunterkante) finden nicht ihr Ziel. 12:15. Stefan, Tony und wieder Stefan mit einem seiner vier sicher verwandelten 7m mit Halbzeitpfiff zum 13:18. „Super“ waren die ersten Worte von Jens Heinze in der Kabine. Aber noch war hier nichts gewonnen. Der OHC macht zu Beginn der Hälfte zwei genau da weiter. Danny Ulbrich mit „wirbellosem Bewegungsablauf“ nach Traumpass von Schetti zum 14:20. Schetti hält weiter und vorne Christoph, dann wieder Stefan per 7m. 15:22 in der 37.Minute. Von da an beginnt ein „schleichender Abbruch“. Es fehlt von allem ein wenig. Schneid beim energischen Zupacken, Wurfeffektivität, Ruhe und Übersicht im Spielaufbau. Willi zieht eine 2 Minute und es werden in den nun immer hecktisch werdenden letzten 20 Minuten nicht die letzten sein. Christoph knallt seinen Wurf zum 18:23 ins Eck. Tony macht das 19:24, Falko zum 20:25. Von da ab fällt vieles aus. Zweimal kommt die Anzeigetafel zum erliegen und trägt zur Unsicherheit bei. Wofür Falko 2 Minuten bekommt? 23:25 in der 47. Minute. Der Gastgeber ist ran. Aber noch einmal  kann sich der OHC befreien. Stefan per 7m, Danny nach weiterem Traumpass von Schetti zum 23:27. Bei Willi streiken die Waden, Christoph verzieht und der NSV trifft und trifft. 26:27. Neun Minuten vor Schluss. Keiner möchte hier auf das Ende wetten. Und die letzen acht Minuten haben es in sich. Drei rote Karten. Dazu eine kuriose (aber regelgerechte) Zeitstrafe für Jens Heinze, der das „helfen und auf die Bank setzen“ der angehenden Therapeutin und Geburtstagskind Jessi „ausbaden“ muss. Da steht es noch 27:29. Aber der NSV kämpft und nutzt die Überzahl zum Ausgleich. 29:29 in der 57. Minute. Dann passiert eine Unmenge und die Schiris haben alle Hände voll zu tun, dass sie die Partie über die Bühne bekommen. 45 Sekunden vor Schluss hat der NSV den Ball. Wirft und scheitert an Schetti. Da wäre das einzige Mal in diesem Spiel der kontrollierte Angriff besser gewesen als der Konterversuch. Der scheitert und der NSV hat erneut Sekunden vor Schluss eine Möglichkeit zum Abschluss. Danny Ulbrich verhindert und rettet den einen Punkt. Aus. Fertig Meister. Man hätte gewinnen können, schlussendlich aber auch noch verlieren. Konjunktivzeitform… Ein bewegtes Spiel. Nächste Woche zu Hause gegen Obergurig bei hoffentlich voller Hütte. Auf ein Neues.  Euer Alexander Klatte

Der OHC Bernstadt spielte mit:

Robert Schetter, Bobby Burkhardt, Falko Böhmer(2), Stefan Deutschländer(10), Willi Bräuer(2), Steve Höhne(2), Tony Ulbrich(5), Danny Ulbrich(2), Danny Burkhardt, Hannes Höhne, Maik Schubert, Christoph Heide(6)

Trainer. Jens Heinze, Thomas Kirchner

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