Die 1.Männer zu Hause gegen Obergurig

22:49:32 25.09.2016 von Alexander Klatte

Blau blüht nicht nur der Enzian...

Ostsachsenliga Männer

OHC Bernstadt – SV Obergurig 36:19 (22:7)

„Allez la blues“ rufen die auch Handball verrückten Franzosen. Lauft Ihr Blauen! Nein, Karabatic, Omeyer und Co. habe ich heute nicht in der Halle gesehen. Aber ein verrücktes Spiel, mehr blau als normal und am Ende ein Sieg der Blauen. Lauft Ihr Blauen… Oder besser: Blau-weißen… Was der OHC in der 1.Halbzeit abzog, war „a la bonne heure“, „superb“ und vor allem: Viel zu schnell für die völlig überforderten Gäste. Die Einschläge kamen im Minutentakt. Vom Start an zog der Gastgeber eine bis in die Zehenspitzen konzentrierte Leistung ab und zeigte den Gästen deutlich ihre Grenzen auf. Aufbauend von einem sehr sicheren Schetti und einer äußerst agilen Abwehr wurde das berüchtigte Umkehrspiel nahezu perfekt aufgezogen. Nach 2:30 stand es 3:0, in der 7.Minute schon 6:1. Stefan mit drei Treffern war wieder nicht zu halten, Christoph, Willi und Tony spielten sich teilweise bei den Kontern die Bälle zu. Und weiter mit Christoph im Doppel, dazu Tony und Stefan. Als Thomas seinem 7m sicher verwandelt, steht es schon 11:3. „Ihr müsst Euch mal bewegen!“ skandiert ein fassungsloser Trainer Alexander Grundmann von der Linie. Weiter, weiter, weiter… 15:5 in der 19.Minute durch Florian. Wieder Christoph, Willi und Stefan. Oooch, da lässt sich Steve nicht lumpen zum 17:5 und dann passiert etwas, was es sicherlich nicht sooft gibt. Beim Zeitstand von 22:40 wird mit Hannes Höhne das Höhne-Trio perfekt gemacht. Drei Brüder in der 1.Männermannschaft auf der Platte. Und Hannes macht Sekunden später mit einem herrlichen Wurf ins Eck zum 19:7 deutlich, dass er nicht nur wegen dieser Statistik nun mit aufspielt. Von den Gästen ist nichts zu sehen. Und wenn, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln. Wie kann denn ein Team, wo schon ein Akteur wegen Unsportlichkeit aus einem vorangegangenen Spiel auf der Tribüne sitzt, sich so gehen lassen? Es folgen reichliche drei Minuten vor Halbzeit rot und blau für den ersten Spieler aus Obergurig. Es werden noch eine rote und eine weitere rote in Kombination mit blau in Hälfte zwei folgen. Flo, Christoph und Hannes erzielen den Halbzeitstand in einer völlig einseitigen Partie. Ich habe selten so was gesehen. Wie hält man denn da die Spannung hoch? Welche Spannung? Wenn es denn spannend wäre. Der schwierigste Gegner in Hälfte zwei, ohne den Gästen zu nahe treten zu wollen, ist der eigene Kopf. Man probiert viel, lässt etablierten Kräften eine längere Pause und versucht mit Einzelaktionen das Spiel zu beherrschen. Das klappt nicht. Zumindest nur in Ansätzen. Stück für Stück bricht diese Souveränität weg. Und nach zehn Minuten muss Jens Heinze mit der grünen Karte erst mal die „Reißleine“ ziehen. Es ist eben doch kein Trainingsspiel. Die Gäste wollen sich nicht so abschlachten lassen und erzielen in Hälfte zwei numerisch fast den Gleichstand (14:12). Aber selbst der erste Sechser braucht ein paar Minuten, um wieder „in die pushen zu kommen“. Und Trainer Jens Heinze meint gegenüber Mirko Kober, der während des Spiels die verletzte Martina Kirchhoff am Kampfrichterpult ersetzen muss (Gute Besserung von meiner Seite!), dass er ja nicht schon wieder eine Auszeit nehmen kann. Flo trifft, auch Christoph. Bis auf 12 Tore kommen die Gäste ran. Steve findet am heutigen Tage Gegner in seiner Kampfgröße, wird mehrfach um gerammt und hat auch im Angriff ab und zu eine Zehenspitze in der verbotenen Zone. „Störe meine Kreise nicht“! (sollen die letzten Worte von Archimedes gewesen sein, bevor ihn ein römischer Legionär erstach.) Schetti mutiert derweil zum „Motzki“ und erwirkt Tony einen besonderen Einsatz – im Tor. Mit rotem Laibchen wird er in den zwei Minuten nur einmal bezwungen. Bei zwölf Toren Vorsprung ist eine unerklärliche Unruhe zu spüren. Das nennt man aber ein Problem. Gut, der OHC fängt sich wieder. Ruhig und besonnen werden die Angriffe wieder angesagt und auch abgeschlossen. Steve legt vor. Es folgen Flo, dann wieder Willi, Christoph und auch Stefan, der eine gefühlte Ewigkeit auf der Bank saß, macht noch drei Buden zum Schluss. Schluss. Ohne eine hinreichende Erkenntnis. Besser ein Sammelsurium von solchen. Ich habe mich am Vortag mit Mark von Koweg unterhalten. Die haben keine männlich A mehr. Zu wenig Leute. Und müssen zwangläufig schon auf den einen oder anderen zurückgreifen. Das scheint beim OHC auf den ersten Blick genauso zu sein. Nur hier ist es dann doch ein wenig anders. In der 2.Mannschaft tummelten sich gestern, beim spielfreien Wochenende der A, so viele junge Spieler, dass man diesen beim Sieg gegen Neugersdorf III. gar nicht genügend Spielzeit geben konnte. Ein ausgewogenes Einsetzen der Spieler ist die Grundsubstanz für eine kontinuierliche Entwicklung. Des Einzelnen, des Teams und schlussendlich des OHC Bernstadt. Es sind jetzt vier Wochen frei und am 22.Oktober empfängt der OHC Bernstadt die Männer von Lok Schleife. Die sind bisher verlustpunktfrei. Tabellenzweiter. Das wird dann sicherlich ein ganz anderer Gradmesser. Euch eine schöne Zeit. Alexander Klatte

 

Der OHC Bernstadt spielte mit:

Robert Schetter, Stefan Deutschländer(8), Willi Bräuer(4), Steve Höhne(2), Tony Ulbrich(2), Florian Höhne(6), Danny Ulbrich(3), Thomas Stieb(1), Maik Schubert, Hannes Höhne(2), Christoph Heide(8)

Trainer: Jens Heinze 

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