Die 2.Männer im Pokalhalbfinale

23:28:20 07.04.2018 von Alexander Klatte

Zwei glanzvolle Niederlagen

HVS Ostsachen Pokal Männer Halbfinale

OHC Bernstadt II – LHV Hoyerswerda II 20:22 (12:10)

Gleich zwei „glanzvolle Niederlagen“ gab es am Nachmittag zu bewundern und wenn mein Bauch es nicht verhindern würde, dann würde ich mit meiner Verbeugung den Fußboden erreichen. Und ausnahmslos JEDER in der Halle hatte zwei unglaubliche Spiele gesehen. Bevor ich zu den „jungen Herren“ der 2.Männer komme noch ein Wort zur männlich B (wo hoffentlich ein Bericht folgen wird, die Fotos stelle ich morgen rein). Im Spiel gegen Rietschen kassierte man die erste Niederlage (22:27) der Saison. Besonders in Hälfte eins war das Handball von beiden Mannschaften in einer Extraklasse. Eine begeisterte Kulisse mit Fanlagern auf beiden Seiten feuerten ihre Buben an. Rietschen war konsequenter und torgeiler. Ich lass nicht gelten, dass beim OHC nach dem vorzeitigen Titelgewinn „die Luft raus war“. Rietschen war heute besser. Der Erhalt der Goldmedaille war nach kurzer Enttäuschung dann schon wieder der Stimmungsaufheller. Und den konnte man in der zweiten Partie gebrauchen. Pokal und seine eigenen Gesetze. (das Phrasenschwein frisst sich heute dämlich). Ja, es gibt sie. So konnte der OHC mit Karl, Paul, Danny, Florian, Danny und Robert gleich sechs Spieler nicht einsetzen, da diese schon mit der 1.Männer im Pokal angetreten waren. Vor der Partie sprach ich von einem Duell „David gegen Goliath“, denn der LHV war der haushohe Favorit. Höherklassig spielend und mit vielen Aktiven, welche auf Verbands- oder Sachsenliga schon ihre Einsätze hatten. Aber der Pokal… als in der 36.Minute der OHC mit 15:11 führt und die Halle förmlich zum Bersten bringt, ist die Sensation greifbar nahe. Feuerwehr Redfox Thomas hätte bei einem Sieg die Halle in Flammen gesehen und gleich als erster einen Löschtrupp organisiert. Er ist einer DER Protagonisten des Spiels und verkörperte wie kaum ein zweiter nach dem Spiel das Double zwischen Genie und Wahnsinn. Dazu später mehr. Also liefen sie auf, um Gesicht zu zeigen und das Spiel so lange wie möglich offen zu halten. Toby kann zum 1:1 ausgleichen und leider vergibt Georg den ersten 7m. Die Gäste führen 3:1 und vor allem Nico Pollack ist mit seinen kraftvollen Würfen nicht zu halten. 4:2 für die Gäste. Den zweiten Treffer macht der starke Hannes Höhne, welcher immer wieder in die Lücken geht und den Abschluss sucht. Zuvor hatte sich schon sehr frühzeitig der Spielmacher der Gäste, Felix Socke, nach Foul mit der roten Karte vom Spiel verabschiedet. Mit ihm hatte ich in der Pause und nach Spielschluss ein „klärendes Männergespräch“. Handschlag und gut ist. Georg tankt sich durch und trifft. Der Typ kann noch im nächsten Jahr in der A spielen. Und wieder Hannes und Thomas zum Ausgleich (11.). Spätestens ab jetzt kippt das Spiel. Von hinten. Dort steht Marc Kaufmann im Tor. 18 Jahre. Und macht sein Spiel der Saison. Sagenhafte 22 (!) Paraden, 50% gehaltener Würfe, davon zwei 7m. Wenn die Zuschauer zwischenzeitlich einen Spielernamen skandieren, muss schon was ganz Außergewöhnliches passiert sein. Eine außergewöhnliche Leistung des Keepers. Hoyerswerda „faucht“. Das hatten sie sich anders vorgestellt. Diese Jungspunde des OHC begehren auf. Und wie. Georg im Wechsel mit Maik (Abwehr) mit unglaublicher Energieleistung, Toby gekonnt und per 7m ist nun auch Georg erfolgreich. 8:6. Wieder Ausgleich (8:8 in der 20.min). Dann wieder Thomas und Hannes zum 10:8. Oh Mann,….Wechselfehler und 2 Minuten gegen uns. Das interessiert doch den Stieb nicht. Völlig losgelöst. In Unterzahl, Sch….egal. 11:8. Und Johann führt sein Nachkampftraining am Kreis und setzt erfolgreich nach: 12:10 zur Pause. Die ersten Fragen nach dem Termin des Finals machen die Runde. Das hatte doch keiner auf der Rechnung. Mit Beginn der zweiten Halbzeit kommt es aber noch besser. Auch wenn die Gäste per 7m aufschließen, diese Truppe von Uwe Scheibler legt jetzt die letzte Scheu ab. Thomas Stieb zweimal und Toby „Rakete“. 15:11. (36.) Und Marc, Marc, Marc…. Irre ins Irrenhaus. Was ist hier los? Vom gesperrten Felix Socke kursieren die ersten Fotos auf WhattsApp. Er kann es nicht fassen… Aber irgendwann endet der Jugendwahn. Bis 15:14 kommen die Gäste wieder ran. Unser Spiel ist ein wenig „decodiert“. Der LHV hat sich besser auf die schnellen Passagen eingestellt. In der Abwehr zeigt der OHC ein super Spiel. Toni „Tantenbier“ Wauer lässt auf seiner Seite nichts, aber auch gar nichts anbrennen. So saustark der junge Kerl. Und in der Mitte Maik (mein nach dem Spiel „adoptierter Sohn“ – Grüße an Robert Ide, war ein fake) Und Johann. Er beschreibt den modernen Kreisspieler… irgendwie. Zumindest trifft er hammermäßig. 16:14. Dann Georg zum 17:15. Und in Unterzahl putschen sich Thomas und Toby durch die Reihen und nageln förmlich die Buden rein. 19:16. Noch zehn Minuten. Es riecht nach Schleife…. Nach Lokschuppen, nach Finale. Sie können es leider nicht durchstehen. Ob es nun fehlende Cleverness ist, taktisches Stehvermögen oder die Routine der Gäste. Die ziehen mit vier Toren am Stück in den nächsten fünf Minuten vorbei. 19:20. Der ansonsten überragende Thomas entscheidet sich zweimal bei Kontern falsch, im Angriff wird der Ball nun bei einigen zum Problemfall, ein, zwei Entscheidungen (bei nicht gegebenen 7m gegen uns der ansonsten ausgezeichnet die Partie leitenden Huschenbeck und Rendke). Georg trifft Pfosten und Torwart. In der Summe reicht es nicht. Hannes mit dem nochmaligen Ausgleich (56.). Dann machen die Gäste den Sack zu und jubeln beim Schlusspfiff. Aber eben nicht nur die. Die Zuschauer erheben sich von den Plätzen und das unterlegene Team bekommt die mehr als verdiente Anerkennung. Auch von Seiten der sichtlich erleichterten Gäste aus der Zuse-Stadt. Während der LHV in Schleife um den Pokal spielt, bestreitet diese junge Truppe in zwei Wochen ihr letztes Spiel der Saison in Rietschen. Falls man bei den heimstarken Stahlwerkern (derzeit Dritter) eine solche Leistung erneut abrufen kann und am Ende gewinnt, dann ist man als Aufsteiger Meister in der Ostsachsenklasse. Das wäre der Hammer. Viel wichtiger aber ist die Erkenntnis der eingesetzten Spieler am heutigen Tage, dass man als Team sich unglaublich weiterentwickelt hat. Das könnt ihr schon heute in OberC, beim Döner, im Kulti oder sonst wo auswerten. Euer Alex

 

Der OCH Bernstadt spielte mit:

Bobby Burkhardt, Marc Kaufmann, Toby Ronneberger(4), Tom Ronneberger, Maik Schubert, Rafael Queißer, Thomas Stieb(6), Hannes Höhne(4), Erwin Möse, Toni Wauer, Georg Katzer(4), Ronny Würffel, Johann Brendler(2)

 

Coach: Uwe Scheibler

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