Die 1.Männer beim Derby in Görlitz

00:03:12 16.09.2018 von Alexander Klatte

Ein Duell der Systeme

Ostsachsenliga Männer

SV Koweg Görlitz II – OHC Bernstadt 21:24 (9:10)

Als erstes möchte ich am heutigern Abend Sportfreund Torsten Kuhnt beste Genesungswünsche übermitteln. Ohne Gegnereinwirkung verletzte sich der Routinier Mitte der zweiten Halbzeit an der rechten Schulter und musste schmerzverzehrt die Platte verlassen. Gute Besserung! Und ohne geschichtliche Hintergründe möchte ich heute sofort zum Spiel einleiten. Vor dem Spiel trafen die Teams der männlich B aufeinander. Mit besserem Ende für die „Erdachsen“ (29:34). Und eine männlich A führt Koweg Görlitz in diesem Jahr gar nicht. Es wird also Jahre dauern, bis eigener Nachwuchs an die Pforten im Männerbereich anklopft. Es ist nach wie vor eine bärenstarke Truppe und man hatte den Anschein, dass im Derby gegen den OHC alle wollten. Ob die Sportfreunde Meißner, Krause, Brendler oder eben Kuhnt. Selbstredend waren alle da. Die (legitimen) „Ausleihgeschäfte“ mit der 1.Männer fanden an diesem Wochenende, trotz Unkenrufe im Vorfeld, aber nicht statt. Das wollte das „Altherrenteam“ (Zitat aus dem Spielbericht des Gastgebers vom 24.04.2018) dann doch selbst machen und den Jungspunden von der Pließnitz einen heißen Kampf anbieten. Heraus kam ein für diesen Spielbereich hochklassige Partie von zwei gleichwertigen aber doch auch grundverschiedenen Mannschaften. Bei den Erdachsen waren bis auf Paul und Marc alle Spieler an Bord. Und mit Torwart Justin Tröger kam ein weiteres Talent aus der männlich A zum ersten Kurzeinsatz bei den Männern. Görlitz mit zwei Auftaktsiegen gegen Bernstadt mit Siegen im Pokal und Meisterschaft. Erst 16:08 Uhr wurde in Rauschwalde angepfiffen. Viele Gäste aus Bernstadt und Umgebung unterstützten ihre Blau-Weißen. Selbst der Ball hatte diese Farben. Und doch lief es am Anfang alles andere als rund. Die sehr stabile 6:0 Deckung der Gastgeber stand sicher. Und das aufgenommene Tempo der Gäste wird schlichtweg zu unpräzise umgesetzt. Dem 1:1 von Johann Brendler begegnen die Gastgeber mit zwei weiteren Treffern 3:1. Und der OHC scheitert in den Anfangsminuten an der inneren Nervosität und am stark haltenden Lukas Rohne. Aber diese jungen Kerle wissen, was sie imstande sind abzurufen: wenn sie als Team funktionieren. Fünf Tore hintereinander und es steht 3:6. Der OHC zieht seine Paradeseite auf. Konter vom feinsten. Präzise, ansatzlos, effizient. Willi zum wichtigen 2:3, Flo mit 7m hinterher und dann immer wieder Tony Ulbrich. Er profitiert vom extrem schnellen Umsetzen eines Johann oder einer Passgenauigkeit vom Tom. Und wenn nicht selbst, dann bedient er den mitgelaufenen Falko. Und Tom kann sogar noch 7m… Die Mitte im Abwehrverbund stand extrem sicher. Da konnten die Gastgeber kreuzen und kreuzen…ganze Kreuzworträtzel hätten zu keiner Lösung geführt. Wie im letzten Spiel: schnellbeinig und hochkonzentriert. Ja, über die Außen hatte Koweg vor allem mit Kevin Wittig eine starke und sichere Waffe. Wohl 5 Treffer machte der Rechtsaußen. Den bekam der OHC kaum in den Griff. Und wieder Tony nach Traumpass von Tom. 4:7. Auch der Ali, mit anfänglichen Misserfolgen beim Torwurf, fand nun mit wuchtigen Würfen zum Erfolg. Zweimal hintereinander. Und Tom-Tony… und Tom hält noch einen 7m. Das war geil, geil, geil…5:10 und das war gleichzeitig das Ende der Dominanz. Wie auch im Spiel gegen Sagar kommt es zu einem Leistungsabfall. Nahezu aller Spieler. Es ist nicht plausibel zu erklären. Klar sind die zwei Pfostenwürfen von dem für mich viel zu kurz eingesetzten Stefan und Karl Pech. Das Problem liegt im Grundverständnis, dass unsere Gefährlichkeit IM SYSTEM funktioniert oder wie es Falko von der Bank rein ruft: „Spielt die Spielzüge, das war vorhin schon unser Problem:“ Ein sonst hervorragender Florian muss sich da genauso ein und unterordnen. Viel zu hastig wird agiert, Konterchancen leichtsinnig weggeworfen, Fangfehler fabriziert und unkonzentriert verteidigt: mit einem Drehwurf fünf Sekunden vor Halbzeit kommen die Neißestädter wieder ran. Das ist mehr als ärgerlich. Auch Personalfragen stelle ich hier in den Raum. Karli, in Sagar noch glänzend vor der Abwehr „konnte heute nicht“. Das muss man einem Spieler in diesem Alter auch mal zu gestehen. Da klappte kaum was. Warum er dennoch auf Außen eingesetzt wurde und ein Stefan Deutschländer, der bei seinem Kurzeinsatz keinen Fehler machte dann nicht mehr ins Spielgeschehen eingreifen durfte, nicht gebracht wurde:  das verstehe wer will. Ich nicht. Aber da bin ich schon in der zweiten Halbzeit, die mit einem Dreher von Willi beginnt. 9:11 für den OHC. Ali verpasst den Doppelschlag und die Gastgeber gleichen aus. 11:11, 12:12. Florian macht seine weiteren Treffer: 12:13 für uns. Dann wieder 14:13 für Koweg. (38.min) Es geht hin und her. Steve Höhne energisch vom Kreis zum 14:14 und Falko nach Traumpass von Tom. Der OHC führt wieder. Mit den, ich formuliere es mal so: „Ausreizen der körperlichen Machbarkeiten“ bedienen sich die Gastgeber doch zunehmend grenzwertig. Also Männer, wenn dies kein rot ist beim Einsatz gegen den frei durchbrechenden Falko. Und die Attacke gegen Tony, die leider beide Schiris nicht gesehen haben… Und immer zeigen, dass das Team im Schnitt ein paar Kilo mehr auf den Rippen hat. Flo scheitert, macht aber Sekunden später den nächsten 7m rein. Und Tony nach getimten Pass von Willi hinterher: 15:17. Mitte der Halbzeit die Verletzung von Torsten Kuhnt und der OHC legt nun wieder auf. Die Gastgeber werden nun vermehrt für ihre Körperattacken bestraft und es steht wenig später 15:20. Florian von der 7, Falko mit toller Körpertäuschung und wieder „Mister Zuverlässig“ Tony Ulbrich. Sieben Buden macht unser Rechtsaußen. Man of the match. Der OHC ist back. Kurzzeitig. Falko mit 2 Minuten und nur noch 18:20. Man verliert im eigenen Konter den Ball, riskiert unnötig gewagte Abspiele. In Unterzahl kann das schiefgehen. Tony 18:21. Eiskalt, auch wenn er heute Nacht vermutlich kaum liegen kann. Arg strapaziert. Koweg gibt nicht klein bei. Mit „unzähligen Schritten“ erreichen sie einen 7m und verkürzen auf 19:21. Noch sechs Minuten. Und Steeeeeeev. Die wenigen Chancen macht unsere 5. Sicher. Und Falko hinterher. Florian Höhne wertet schon auf der Tribüne aus: „Sie haben doch alle Zeit der Welt.“ Warum dann bis zum Schluss gezittert werden musste. Willi macht eigentlich den Sack zu. Drei Minuten vor Schluss zum 20:24. Symptomatisch aber, dass wir noch Riesengelegenheiten liegen lassen und Koweg in Unterzahl uns noch ausspielt und trifft. Das war es dann aber auch. Two points to Bernstadt… Und erstmal einen Glückwunsch an das Team. Meinen ausgesprochenen Respekt an die Spieler, welche heute sehr wenig oder gar nicht zum Einsatz kamen. Den angeschlagenen Spielern wünsche ich eine schnelle Regeneration, den Trainern eine mannschaftlich geschlossene Aufarbeitung und uns allen ein sich stetig steigernde Spannung auf das erste Heimspiel der Saison. Am Sonnabend kommt die SG Oberlichtenau. Wenn das Team morgen gegen Sagar gewinnt, kommen sie mit 6:0 Punkten in die Pließnitzhalle. Mehr geht noch nicht in dieser jungen Saison. Euer Alexander Klatte

Der OHC Bernstadt mit:

Tom Seidel, Justin Tröger, Falko Böhmer(4), Stefan Deutschländer, Willi Bräuer(3), Steve Höhne(2), Karl Bundtke, Tony Ulbrich(7), Danny Ulbrich, Alexander Paul(2), Johann Brendler(1), Georg Katzer, Florian Weickelt(5)

Trainergespann: Andreas Weickelt, Jens Heinze

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