Die 1.Männer in Schleife

10:47:54 01.10.2018 von Alexander Klatte

Auf dem Abstellgleis

Ostsachsenliga Männer

SV Lok Schleife – OHC Bernstadt 32:25 (15:11)

Die guten Nachrichten mal vorneweg: es hat sich keiner verletzt und auch für solch ein Spiel gibt es nur zwei Minuspunkte. Mehr fällt mir auch am heutigen Montag in dem Wissen, das dies schon ungewöhnlich spät für den Spielbericht ist, nicht ein. So ruhig war ich auf der Tribüne lange nicht. Neben mir hatten sich zwei ältere Damen hingesetzt, die für die Gastgeber sympathisierten. Aber egal wo man saß, „man wolle ja die hübschen jungen Männer sehen“. Und sie schauten auch ab und zu auf mein „Gekritzel“ und sinnierten im halblauten, was denn das für ein schönes Spiel sei… Das ist aber eben eine Ansichtssache. Ach ja, Ansichtssache. Speicherkarte vergessen und demzufolge keine Fotos von dem Spiel. Asche auf mein Haupt…Und während der Pokalsieger des letzten Jahres ein durchweg starkes Spiel „durchzog“ und verdient gewann, blätterte der OHC einen ganzen Fragenkatalog auf die Platte. Und der bezog sich auf mehr weit als über die 60 Minuten auf der Platte im Norden des Landkreises. Die ersten Auswertungen erfolgten schon in der Halle, später im Bus und sicherlich wird in den nächsten Tagen noch das eine oder andere besprochen werden. Wie schon gesagt: man kann in Schleife verlieren und in dieser Form und dieser Besetzung wird es in dieser Saison für jedes Team schwer dort zu bestehen. Aber das Anspruchsdenken ist eben, ob nun gewollt oder nicht, nach zwei Vizemeisterschaften naturgemäß gestiegen. Das liegt in der Sache. Neben der reinen Ergebnisausbeute soll sich das Spiel des OHC ja entwickeln. Und trotz Rückschläge (da beziehe ich mal die männlich A mit ihrer Niederlage in Kamenz mit ein) ist ja eine grundpositive Entwicklung nicht zu bestreiten. Schluss der Vorrede. Zum Spiel: für die Entwicklung (ich reite mal jetzt auf diesem Begriff solange herum, bis irgendeiner ein rotes A für eine grammatikalische Fehlleistung setzt) ist es für immenser Bedeutung, sich zu zeigen, zu messen. Um vergleichen zu können. Und so ist es nur zu verständlich (siehe Spielbericht der 2.Männer in Schleife), dass der OHC diesen Weg permanent bestreitet. Die 1.Männer stellt vermutlich auch in dieser Saison fast immer die jüngere Mannschaft. Auch in Schleife war ein Spieler im Kader, welche noch in der männlich A spielen kann. Klasse Partie Justin! Bei der 2.Männer sogar deren vier. Das zeigt das Potential des Erdachsen-Clubs. Benennt aber auch teilweise unvermeidbare Risiken. Entwicklungen (A) können, dürfen oder sollen gar nicht geradlinig verlaufen. Ich wollte zu Spiel kommen… 1:0 für die Gastgeber. Tony gleicht aus und Florian macht einen 7m zum 2:2. Ohne Willi und Tom, der durch Marc und später durch Justin im Tor teilweise glänzend vertreten wird, kommt das Spiel in die pushen. Beidseitig noch mit technischen Fehlern. Der Gastgeber fängt sich zuerst. Und wie: sechs Tore in Folge bis zu einem 8:2. Er nutzt unsere Fehler für schnelle Konter und hat einen Kerl im Kasten, welcher erst vor zwei Jahren zum Torwart „umgeschult wurde“. Sozusagen auf dem zweiten Bildungsweg… Jonas Hubatsch hielt und hielt und hielt. Alles und von jedem. Egal ob Tony, Alex, Florian oder Stefan. Nichts Zählbares. Das lähmt auf der einen Seite und motiviert die Gastgeber, welche den Respekt vor den bis dato verlustpunktfreien Gästen nun spürbar ablegten. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt kann man eigentlich von Schadensbegrenzung und / oder von einem Abnutzungskampf sprechen. Egal was der OHC machte: Schleife hatte immer eine Antwort. Tony rennt über die komplette Distanz, mit erfolgreichem Abschluss. 8:3. Endlich auch Ali zum 9:4 und Paul zum 10:5. Nach einer reichlichen viertel Stunde zieht der OHC sich wohl aus dem Sumpf. Aber er trifft nicht. Symptomatisch unser bislang Bester in dieser Kategorie: Tony. Tony trifft nicht. Der ungläubige Blick auf die Anzeige: 12:5. Alex ist so nicht zu verteidigen, macht den Doppelhammer zum 12:7. Und wieder die Lok mit zwei vor. Nach 26 Minuten steht es 14:7. Das können die Gäste so nicht stehen lassen, kämpfen sich mit teilweise toll herausgespielten Toren bis auf drei (14:11) wieder ran. Hintereinander versenken Steve, Karl, Stefan und Tony die Bälle im Tor. Das ist der OHC, wie man ihn kennt. Die Hälfte zwei gestaltet sich anders. Das hatte die Gastgeber doch wohl aufgeschreckt, wie der OHC mit spielerischen Mitteln zum Erfolg kam. Und 30 Minuten können lang werden. Die Lok wird noch präsenter. Sie spielt ihre körperliche Dominanz aus. In der Abwehr wird „männlich“ zugepackt und im Angriff geht es „volle Pulle drauf“. Zwischen 7m oder Stürmerfoul. Meist mit 7m und der einen oder anderen 2 Minuten für die Gäste. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte zweite Halbzeit. Und mit jeder verrinnenden Minute wird das Unternehmen Punktgewinn schwieriger. 19:12 in der 36.Minute. Aber auch spielerisch und taktisch überzeugen die Gastgeber. Spielen die Zeit bis ultimo runter und verwerten den letzten Wurf oder spielen sich in Unterzahl(!) über die Außen durch und treffen. Das kann nicht gefallen. 21:14, 22:15, 24:16. Dem OHC fällt nichts ein. Ein Spielfluss ist kaum zu erkennen. Post, Sauerkraut, Leipzig… kein ansagen, keine Spielzüge. Der Willen ist nicht abzustreiten, aber was in der Ostsachsenklasse reicht ist eben bei der guten Verteidigung der Gastgeber eine Klasse höher zu wenig. Stefan kann sich gegen Marcel Becker, der im letzten Jahr uns 15 Buden in einem Spiel eingeschenkt hatte, lange in der Verteidigung gut behaupten. Erst beim 25:18 trifft der Rechtsaußen der Gastgeber zum ersten Male. Alex trifft auch. Mehrfach. Zumindest dieses System funktioniert 26:20. Auch Tony hat sich neu justiert, Karl vom 7m, Steve nochmal und Karl zum Endstand. Vielleicht verschafft das traditionelle Feldhandball-Turnier in Kemnitz am Feiertag ein wenig frischen Wind in die Köpfe. Und dann gegen Obergurig am 6.Oktober zu Hause. Alles auf 0. Und „Erdachse!“ Euer Alex

 

Der OHC Bernstadt spielte mit:

Justin Herold, Marc Kaufmann, Falko Böhmer, Stefan Deutschländer(1), Steve Höhne(2), Karl Bundtke(6), Tony Ulbrich(5), Alexander Paul(8), Johann Brendler, Paul Führer(1), Martin Nikol, Florian Weickelt(2)

 

Trainer: Andreas Weickelt, Jens Heinze

Zurück

Einen Kommentar schreiben