Die 1.Männer beim ESV Dresden

00:45:39 06.10.2019 von Alexander Klatte

Was für ein Spiel

Verbandsliga Ost Männer

ESV Dresden – OHC Bernstadt 26:30 (15:16)

Ich solle „defensiver“ schreiben, wurde mir unter der Woche gesagt. Natürlich schmerzte die letzte Niederlage zu Hause und von der Zuschauerseite waren einige Kommentare zu hören, die deutliche „unter die Gürtellinie“ gingen. Da schafft es ein extrem junges Team nach 14 Jahren erstmals wieder in die Verbandsliga und wird nicht vorbehaltlos unterstützt. Aber Bernstadt wäre nicht Bernstadt wenn es nicht Bernstadt wäre. Um das mal konkret zu sagen: 18 Männer vom OHC helfen, damit bei einem Sportkameraden das Dach abgedeckt wird. Was für ein geiler Verein. Und seit heute Abend ist der Oktober golden - und wenn es Scheiße regnet. Schon am Nachmittag überzeugte die männlich A und knallte im Spitzenspiel die SG Weixdorf mit 33:22 aus der Halle. Und dann machen sie es: in einem atemberaubenden Spiel gewinnt der Tabellenletzte beim Dritten mit vier Toren Unterschied. Und sitzen danach in der Kabine und schauen sich an. Echt jetzt? Und ich werde so schreiben, was mir so aufgefallen ist. Es wird auch in Zukunft nicht allen passen. Mit den wichtigen Leuten habe ich mich ab- und ausgesprochen. DANKE Männer. Nächsten Sonntag beim Frühschoppen können wir alles ausgiebig bequatschen. ZUM SPIEL:

Ne, noch davor war ich in der Kabine. Erstmals in der Saison. Und das mach ich jetzt wieder. Ach schön… der eine ist ein „Verpackungsprinz“, der andere spielt „des Kaisers neue Kleider“. Völlig entspannt war die Atmosphäre in der Kabine. Da saßen junge Männer, welche wussten, dass die bisherigen Resultate nicht dem Potential entsprachen. Da waren Trainer, welche schon vorsichtig „an ihrem Handballgrips“ zweifelten. Und wieder ein Lächeln und wir „zwei Dicken“ schauten uns an. „Sieg mit drei Toren“ sagte ich. Nach nicht mal zwei Minuten(!) steht es 3:0 und alles scheint so immer zu laufen wie die letzten Spiele auswärts. Dresden kombiniert sich durch, wirft sehr überlegt und platziert. Und Stefan trifft im Lok-Schuppen. Von da an, mit diesem ersten Tor, zündet alles. Die Bank, das Team – eine Einheit. Ich stand als Foto- und Schreiberling genau hinter der Bank. Ein Aufschrei, eine Motivation. Und der OHC ließ sich nicht beeindrucken. 6:3 weg, 9:6 weg… ja, Momentaufnahmen. ENDLICH, und mit einer hervorragenden Kabinenansprache hergeleitet: der OHC spielt. Er spielt, immer und immer wieder. In jedem Spiel ist es das Duell Degen gegen Schwert. Auch Dresden ist körperlich dominanter. Aber Schetti, und nach dessen Verletzung ein überragender Tom, wehren sich. Und dann kannst Du jeden aufzählen. Ich mache einige, vergesse vielleicht den einen oder anderen. Außen ist dicht. Mein Gott, „Hans Würschtel“ macht dicht. Gegen den hoch dotierten Luca Jagsch macht er ein grandioses Spiel im Abwehrverbund  - und neun Buden vorn. Danny Ulbrich macht nur deren drei. Dennoch ein absolut unverzichtbarerer Part auf Rechtsaußen. Nach innen glänzt ein Steve Höhne. Er hat eigentlich nie Zeit. Und ist doch so unverzichtbar. Er ist die Brandung, der Kern, die Mauer. Um ihn herum immer wieder neue Varianten. Ob eine 6-0 oder zum Schluss eine 4-2. Steve Höhne IST DA. Und nach vorn schaffen sie immer wieder Lücken. Ali raus, Flo rein. Natürlich wirft er anders als ich ihm riet…. Treffer, Treffer. 11:11 und der OHC übernimmt zunehmend die Regie. Egal wen man einwechselte – ein Team. Das hatte sich der Gastgeber ganz anders vorgestellt. Und jetzt lassen sie „die Sau raus“. Willi dirigiert unnachahmlich. „Leipzig links rück, oder Post“ – sitzt. Auch mit Verwarnung oder Unterzahl. Jeder Meter, jede Sekunde wird zum „Kampfschwein“. Und dazwischen Zucker-Sahne: Flo auf Willi. Mein Gott, hat irgendjemand die Kamera laufen? Ali mehrfach auf den Kreis noch abgespielt: Tor. Irre, was für Spielzüge. Flo glänzt. Unglaublich mannschaftdienlich und effizient. Das 13:16 können sie nicht halten aber ein 15:16 ist mehr als erwartet. Weiter laufen, weiter spielen….Immer weiter. Das klappt nicht ganz. Der Gastgeber nutzt mehrere Möglichkeiten und geht auf 19:17 weg. Wieder schafft es der OHC nicht effizient in die 2.Halbzeit zu kommen. In 10 Minuten nur ein Tor. Viermal Pfosten. Innenpfosten gar…egal. Falko Böhmer, dessen gesamte Familie das Spiel per Internet verfolgte, zum Anschluss und Gerlach macht ihn…die Auszeit für Heim nutzt nichts. JETZT wird geerntet. Ein Luis Kahle, der am Nachmittag noch bei der A zelebriert-gemeinsam mit Willi, Flo, Böhm und den anderen. Der OHC ist nicht mehr zu halten. Mittlerweile spielen sie fast ein 4-2 und provozierten Fehler ohne Ende beim Gastgeber. TOM HÄLT. Tom hält. Und nach vorn. Zu schnell für den ESV. Nicht alles wird verwandelt. Aber immer genügend. Als Alexander Paul in der 54. Minute das 22:28 wirft sollte es… nicht ganz sicher. Doch. Punkt. 2 Punkte. Ich stand die meiste Zeit bei drei Fans von Dynamo Dresden, welche nach der Pleite zu Hause gegen Hannover ein „Frauenspiel“ vom ESV sehen wollten. Ich erklärte so einige Grundregeln des Handballs. Einer kannte sogar Bernstadt und das Oktoberfest in Kemnitz… Doch so dreißig Anhänger jubelten dann dem OHC zu. Stolz und Genugtuung. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. FORCA OHC! Euer Alex

Der OHC spielte mit:

Tom Seidel, Robert Schetter, Falko Böhmer(3), Stefan Deutschländer(9), Willi Bräuer(3), Steve Höhne, Luis Kahle(3), Paul Flammiger, Thomas Stieb, Danny Ulbrich(3), Alexander Paul(4), Danny Burkhardt(1), Florian Weickelt(4)

Trainer: Jens Heinze, Andreas Weickelt,

Physio: Jessi Sommerfeld

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Kommentar von Jörg | 06.10.2019

Glückwunsch Männer
Den habt ihr euch verdient.
Weiter so.

Grüße aus Bayern