Die 1.Männer zu Hause gegen Hartha

00:02:23 10.11.2019 von Alexander Klatte

Ich hatte es ihm vorher gesagt....

Verbandsliga Ost Männer

OHC Bernstadt – SG Kurort Hartha 30:23 (13:11)

„Ich hab noch 2 Stunden und 14 Minuten.“ sagte ich gerade meiner Frau. Mitternacht muss der Bericht stehen. Darauf warten Dutzende. Also ziehe ich mit meinem Glas Rotwein hoch „in mein Revier“ und lass meinen Gedanken freien Raum. Ein Dank an die, welche mich heute bestärkt haben, genau so weiter zu schreiben. Aber sofort „Ende Gelände“. Denn was ich vorhin in der Halle erlebt habe, ist einfach nicht so einfach zu beschreiben. Deshalb fange ich Stunden vorher an. 6 Tore warfen unsere „männlich D“. Auf der Platte waren davon drei Mädchen. Kurz vor Mittag. Sie mühten sich redlich. Koweg Görlitz war um Klassen besser. Warf 47 Tore. Alles schnelle, drahtige Jungs. Liebe junge Erdachsen. Das ist nicht schlimm. Das tut weh. Aber ihr lernt zu spielen, zu kämpfen, zu verlieren. Es wird immer Bessere im Leben geben. An denen orientiert man sich, misst man sich. Wir als Verein sind stolz auf Euch. Es werden die Tage kommen, dass ihr vor einem unglaublichen Publikum wie heute sowohl als Frauen oder Männer Siege einfahren werdet. Oder die männlich A oder B. Oder die F Jugend. Gab es schon jemals fünf OHC Siege an einem Tag? Ich weiß es nicht. Lieber Sportfreund Andreas Weickelt, ich verstehe die Frage nicht: „Ob ich denn heute ein schlechtes Bauchgefühl mal habe?“ NEIN, zum Mittag gab es feinstes Rind vom „Landwirt meines Vertrauens“. Was soll denn da noch schief gehen? Und ja, etwas schneller als die Sächsische Zeitung will ich dann doch sein. LOCKER die 300 Zuschauer überschritten. Vielleicht knapp 400. Ich soll an dieser Stelle mitteilen, dass der FSV Kemnitz, welcher mit Dutzenden Fans den OHC unterstützte, am 23.November um 13 Uhr sein Heimspiel austrägt. Da könnt ihr aber sicher sein, dass ein „Ohne Bernstadt wär hier gar nichts los.“ in Kemnitz auftritt. Mein Grundproblem ist ja ein ganz anderes. `Man versteht mich nicht`. (Kenne ich ja von der Arbeit). Die Lautsprecher sind über 20 Jahre alt und genügen allenfalls eines „Ohmmmm“. Aber nicht dem Handball in Bernstadt. Ich habe ja heute einige Stadträte gesehen. Dringendes Beratungskäffchen. Fangen wir beim Spiel an? Ja. Denn irgendwie lag heute so ein „wir sollten das doch gewinnen“- Mäntelchen auf den Schultern der Spieler. Nach den ersten vier Klatschen in Folge, welche auch an der Substanz nagten, folgten zwei Siege. Heute gegen einen Punktgleichen ein Sieg und man ist so richtig drin in der Liga. Da entschuldige ich mich auch persönlich, dass die ersten fünf Gästefans von Hartha bezahlen mussten. Wir sind neu in der Liga. Wir lernen noch. Alles gut. Bis auf Tony und Christoph „Best of OHC“. Alles an Bord. Mit Extratraining noch am Freitag für die Torleute. Ex-Oberliga Keeper Gerd „Gorden“ Möse zeigt die Tricks, die Kniffe. Und das fruchtet. Besonders bei TOM SEIDEL. Gibt es eine Steigerung für ÜBERRAGEND? Das Wort hatte ich schon letzte Woche benutzt. Vorschläge erwünscht. 15, 20 Paraden. Ein Fels in der Brandung. Ein Seidel. Unnachahmlich in seiner Art, welche in der Ostsachsenliga die Pörsel, Becker und Ladusch verzweifeln ließen. Das war heute „kurz vor einer anderen Welt“. Eine Erdachse seit frühester Kindheit. ZUM SPIEL: Aber auch dieser Keeper fasst erstmals zweimal hinter sich. Der OHC mehr so lala. Die Würfe mau. Mau Mau. Mehr so gezielte Rückgaben. Ne, das geht ja gar nicht. Torwart Felix Würzberger, dem ich an dieser Stelle den „Fairness-Preis“ des Spieltages ausspreche, hielt wie sein Gegenüber. Erstklassig. Und er zeigte während und nach dem Spiel zwei absolut beeindruckende Szenen. Als nicht nur ich während der zweiten Halbzeit gehört zu haben schien ein: “auf die Fresse“ und verbat als OHC Sprecher solche „Schlachtrufe“, kam er zu mir und korrigierte auf „auf die 30“. Und er zeigte einen „Daumen hoch“ dem frenetischen und fairen Publikum des Gastgebers nach dem Spiel. So was habe ich noch nie gesehen. Das verdient den allerhöchsten Respekt. Also 0:2 und irgendeiner sollte denn doch mal treffen. Stefan macht es. In der letzten Woche, wie viele anderen, so mit viel „Schatten im Licht“, zeigte heute unsere Nr 1 A auf der Linksaußen, dass bei ihm keiner zweifeln muss. Hammerspiel, mein Lieber. Das löst die Bremsen und zweimal Böhm und Stefan machen vier Buden. 4:2. ABER…es sind die Einzigen, welche treffen. Ne, Willi nicht, Ali auch nicht. Auch Gerlach nicht. Irgendwie gar keiner. Obwohl die Abwehr mit einem hervorragend eingestellten Mittelblock von Steve Höhne und Alexander Paul eine Menge „abfischt“  - nach vorne „ist viel Land nach oben“. 4:5 in der 13.Minute. Das lässt so ein Ali, welcher sich schon auf die neue Couch in meinem Wohnzimmer freut, nicht so auf sich sitzen. Drin. Und Stefan hinterher. Aber dennoch: wir fangen schlecht, antizipieren ungenügend unsere Möglichkeiten, drücken zu wenig. Gerlach macht ihn „ureigen“ und ein „NEIN…“ entweicht Florian, als Böhm die nächste 100%-ige vergeigt. Es laufen nur die Füße. Der Kopf (noch) nicht. Endlich auch Florian. Der denkt zu viel nach. Und auch Steve, der in der Abwehr wieder als unverzichtbar verkörpert, macht ihn herrlich rein. 11:9. Und immer wieder Tom Seidel. Und zum ersten Mal Paul Flammiger. Die Gäste klatschen auf der Bank und bei den mitgereisten Fans mit. Hatte ich so auch noch nicht erlebt. 13:11. Halbzeit. Ich darf so was schreiben. INTERNA aus der Kabine. Geduld haben, Strukturiert spielen. Und die letzten fünf Minuten knallen wir rein. So schnell ging die zweite Halbzeit dann doch nicht los. Ali musste seine Orthese trotz Ummantelung doch ablegen. Und die Gäste schafften den Anschlusstreffer. Dann ein herrliches „weiterklatschen“ von Böhm auf Stefan, der wunderbar vollendete. Und Willi hinterher. 15:12. Neeee, Ali will auch: 16:13 und dann streiten sich doch wirklich Stefan und Böhm, wer denn den Ball veredeln darf. Drin. 17:13. Und Gerlach, Danny Ulbrich, macht in dieses Mal genau richtig. 18:14. Unsere Delle des Spiels… ja, 18:17. Fünf, teilweise klarst herausgespielte Würfe, werden vergeigt. 18:17. Trotz eines Toms im Tor. Gaaanz wichtig Willi… Und Böhm und Paul Flammiger. 21:17. Einspruch Euer Ehren… Beim letzten Spiel zu Hause wollten die Schiedsrichter aus Zwickau erkannt haben, dass dieser „7-er“ schon ewig in Chemnitz gespielt habe. Dieser Paul Flammiger ist eine Erdachse. Eine URERDACHSE. Ich hab sogar Fotos aus seiner Grundschulzeit in Bernstadt. Was der in den nächsten Minuten abzieht ist „...“ , mir fehlen die Worte. Und vor allem: ich hatte es ihm vorher gesagt. Das wird heute dein Spiel. Alle drin. Er hält den OHC mit jedem Treffer weiter auf Kurs. Einfach IRRE. Ja, auch Flo macht ihn und die Zeit rinnt runter… das lässt sich der OHC nicht mehr nehmen. Stefan dreht nochmals auf und die Zuschauer skandieren „“ Gegen Bernstadt kann man mal verliern…“ Und dann ist Schluss. Mit sieben Toren Unterschied gewinnt der Aufsteiger und entfacht einen grenzenlosen Jubel. In den letzten 90 Sekunden steht die Halle. Der „Opa“ aus Niederseifersdorf kann weiter liefern. Prost ihr Säcke…Cut. Am nächsten Sonntag geht es nach Riesa. Dieses Team spielte letztes Jahr gegen Koweg Görlitz und Cunewalde. Wir auch. Sie gegen die 1.Mannschaft in der Sachsenliga, wir gegen die 2.Temas in der Ostsachsenliga. Zwei Klassen Unterschied. Ich kann es wegen der Arbeit nicht persönlich verfolgen. Was gibt es da zu verlieren? Eigentlich gar nichts. Einfach los. Handball  Oberlausitz steht hinter Euch. Euer Alex

 

Der OHC Bernstadt:

Tom Seidel, Robert Schetter, Falko Böhmer(6), Stefan Deutschländer(6), Willi Bräuer(2), Steve Höhne(1), Luis Kahle, Paul Flammiger(7), Danny Ulbrich(3), Alexander Paul(3), Johann Brendler, Paul Richard Führer, Florian Weickelt(2)

Trainer: Jens Heinze, Andreas Weickelt,

Physio: Jessi Sommerfeld

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