Die 1.Männer in Meißen / Niederau

23:46:23 01.12.2019 von Alexander Klatte

Dieses Mal in der Elbe regelrecht ersoffen

Verbandsliga Männer

SV Niederau 1891- OHC Bernstadt 35:26 (18:13)

Nein, das Gute kommt immer an erster Stelle. Auch nach solch einem Spiel. Dann finden wir ziemlich schnell den Fakt, dass man immer noch nicht Tabellenletzter ist. Und bei einer gründlichen Analyse und einem Spiel Rückstand auf die Konkurrenz es immer noch selbst in der Hand hat. Advent, Advent, die Hütte brennt. Was der OHC heute auf die Platte legte (ich rede absichtlich nicht von Leistung), hätte vermutlich selbst in der Ostsachsenliga kaum irgendwo zwischen Kamenz, Sagar oder Sohland für einen Punkt gereicht. Das war ein kollektives Versagen, ein physischer und psychologischer Super-Gau. Nicht nur die hohe Niederlage beim Tabellenletzten, sondern vor allem das „ALLES OHNE“ spiegelte die schwächste Saisonleistung wider. Nein. Ich habe mir bewusst noch zwei Stunden Zeit genommen. Der OHC ist nach vorübergehenden drei Siegen und einer aufkommenden Euphorie (was wäre, wenn wir gegen Elbflorenz und Zabeltitz gewonnen hätten…) brachial auf die Fresse geknallt. In Riesa hielt man bis kurz vor Schluss stark dagegen, gegen KJS offenbarten sich schon größere Schwächen und heute brach man kurz nach Beginn, in Führung liegend und in Überzahl spielend, in einer nicht vorstellbaren Art und Weise regelrecht zusammen. Das bedarf einer schonungslosen Aufarbeitung. Beim Training. Beim Training. (bewusste Verdopplung). Das macht das Team unter sich aus. Muss es machen. Am Wochenende ist spielfrei und es wird, es darf, vielleicht auch: es muss gefeiert werden beim Weihnachtsfest des OHC. Denn in der Jahresbilanz steht ein Aufstieg, stehen unvergessliche Stunden des Glücks. Aber das Heute ist das Gestern von Morgen. Und da steht dann noch ein Pokalspiel an am 14.Dezember. Aber das sollte heute erst mal nicht interessieren. Pokal ist Kür, Meisterschaft ist Pflicht. Zu diesem Spiel: Der Hallensprecher in der Spielstätte in Meißen am „Heiligen Grund“ war sehr gut informiert über das Team aus der Oberlausitz. Wir standen direkt hinter ihm. Ich moderierte zwischenzeitlich mit. Er lobte die Bernstädter, welche ebenso wie Niederau auf eine sehr gute eigene Nachwuchsarbeit verweisen konnten. Das verbindet. Weinböhla liegt nur wenige Kilometer entfernt. Meißen von Niederau ebenso. Konkurrenz pur. Die in grün spielenden Gastgeber nahmen das ausgerufene „Spitzenspiel im Tabellenkeller“ sofort an. Der erste Wurf saß. Alex konnte kontern und sogar die Führung erzielen. Und der teilweise übermotivierte Gastgeber in zweifacher Unterzahl. Und in diesen 60, 80 Sekunden macht es „Klack“ und der Mannschaft geht ein Licht aus. Aus der numerischen Überlegenheit folgt ein auch jetzt noch nicht erklärbares Debakel. Niederau hatte heute seinen „Überlebenskampf“ ausgerufen. Sie kassierten dreifach so viele 2-Minuten Strafen (9:3) und warfen dennoch, und vor allem in Unterzahl, Tore am Fließband. Ob nun mit zwei Kreisläufern kreuzend und immer wieder über die Außen. Die Abwehr des OHC fand keine Bindung, keine Ordnung, kein System, nicht zu sich selbst. Und so wird ein 5:3. Danny wirft dahin, wo er trifft. Auch Falko. 6:6. Aber der OHC ist angeschlagen. Keine ruhige Hand, ein konfuses Angriffsspiel mit etlichen Fehlpässen, welche die Gastgeber immer wieder erfolgreich per Konter verwerten. Und schön auf den Schädel: in Unterzahl. Der OHC SPIELT nicht, ist zu pomadig, zu behäbig, zu lethargisch. Da geht Keiner in die doch vorhanden Lücken. Beide Außen sind seit mehreren Spielen völlig „außen vor“, treffen von dort überhaupt nicht mehr. Wenn Ali zugedeckt ist, dann herrscht doch eine ziemliche Ratlosigkeit. „Nimmst Du ihn, ich kann jetzt nicht.“ Flo lässt nach eigenem Fehlversuch abbrechen und rennt nicht zurück beim 13:10 für Niederau. Und durch fehlendes Tempo kommt man nicht in die Lücken. Bis zum 13:12 durch den 17 –jährigen Luis Kahle, der trotz seines jungen Alters Regie führte (aber ist das wirklich so gewollt?) und sich mit 5 Toren mehr als redlich einbrachte, bleibt der OHC dran. Dann bekommt der OHC eine gewaltige Schlagseite. 18:13 zur Pause. „Der Drops sei noch nicht gelutscht“ orakelte der Hallensprecher (den man vortrefflich verstand) zu Beginn von Hälfte zwo. Aber da müsste schon „Weihnachten auf Silvester fallen“. Der Gastgeber übersteht auch die nächsten zwei Minuten in Unterzahl unbeschadet und trifft. Und trifft. 24:15 in der achten Minute der zweiten Halbzeit. Konter in Unterzahl. Tore über die Außen, Treffer im Nachsetzen. Bis zu 11 Toren sind die sich in einen völligen Rausch spielenden Gastgeber davon (33:22), welche in Kevin Hein an diesem Tage einen starken Keeper in ihren Reihen sehen, bis der OHC geringfügig Kosmetikkorrektur betreibt. Das war’s.  Das Gute kommt auch an letzter Stelle. Man ist immer noch nicht Tabellenletzter. Und bei einer gründlichen Analyse und einem Spiel Rückstand auf die Konkurrenz es immer noch selbst in der Hand hat. Euer Alex, der eine sehr ruhige Rückfahrt im Auto erlebte. Kopf hoch.

 

Der OHC spielte mit:

Tom Seidel, Robert Schetter, Falko Böhmer(2), Stefan Deutschländer(1), Willi Bräuer(2), Steve Höhne, Luis Kahle(5), Paul Flammiger(1), Danny Ulbrich(3), Alexander Paul (7), Johann Brendler, Georg Katzer, Florian Weickelt(5)

Trainer: Jens Heinze, Andreas Weickelt

Physio: Jessica Sommerfeld

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