Die 1.Männer bei HC Elbflorenz III

22:47:24 02.02.2020 von Alexander Klatte

Mit leeren Taschen und jeder Menge Aufgaben zurück in die Oberlausitz

Verbandsliga Ost Männer

HC Elbflorenz 2006 III – OHC Bernstadt 33:27 (14:13)

Stefan redete über die Möglichkeiten, welche wir als Verein haben. Als DJ schon in jungen Jahren eine Legende, als Organisator in unserem OHC müssen wir den Linksaußen noch viel mehr ins Boot nehmen. Kurz vor Niederseifersdorf stellte ich auf der Autobahn fest, dass wir ja die Abfahrt verpasst hatten. Weißenberg lag…deutlich hinter uns. Schon auf der Fahrt bis Bautzen waren ein Sören neben mir und ein Karl hinter mir nicht zu bremsen. Das Aufarbeiten einer durchaus vermeidbaren Niederlage begann schon nach dem Schlusspfiff. Mit dem Neuzugang des ehemaligen Torjägers aus Rietschen und dem OHC-Eigengewächs, der gestern für KOWEG Görlitz in der Sachsenliga erfolgreich war, hatte sich in meinem Auto eine illustre Gesellschaft zusammen gefunden. Denn auch die 30-40 Zuschauer, welche die blau-weißen Erdachsen unterstützten und des Labyrinth des Sporthallenkomplexes in ein Heimspiel verwandelten (Danke an alle für euer Kommen), waren nach dem Abpfiff auf „Spurensuche“. Warum knickt das Team nach der Halbzeit so ein? Findet es zu keiner spielerischen Linie und verfällt in alte Handlungsstrukturen? Weil sie so jung sind? Weil keiner die Führung übernimmt? Strukturierte Handballpassagen spielt? Der gestrige Sonnabend hat das Tabellenende noch mehr zusammenrücken lassen. Niederau und Zabeltitz gewinnen. Umso mehr wäre ein Punktgewinn in der Landeshauptstadt sehr wünschenswert gewesen. Und: er war ja drin. Mehr als drin. Auch wenn das reine Ergebnis mit sechs Toren Unterschied eine andere Sprache zu sprechen scheint. Schade, Mund abwischen und KOPF HOCH! KOPF HOCH! Ohne die langzeitverletzten Ali, Tony und Johann, dazu den fehlenden Steve und Luis, aber mit einem entschlossenen Blick wollten die Gäste beim Tabellensechsten nicht mit leere Hosentaschen nach Hause fahren. Auch wenn der Start VOR dem Spiel (Wieso muss man hier Parkgebühren bezahlen? Und das ewige Suchen in dem riesigen Bau nach den Kabinen und der Toilette): der OHC begann blendend. Der OHC hochkonzentriert. Verschiebt blitzartig in der Abwehr und wird von einem überragenden Tom Seidel mit jeder Parade bestärkt: hier geht was. Böhm trifft, Stefan drei hinter einander. Davon zwei 7m, dann wieder zweimal Böhm. In der 10.Minute führt der OHC mit 6:3. Aber dieser HCL hat eine UNMENGE an Erfahrung in ihren Reihen. Wie ein Lars Lumpe die 7m reindreht. Sensationell. Und so können sich die Erdachsen trotz eines Treffers von Flo zum 7:4 in zweifacher Überzahl nicht deutlicher absetzen. Technische Fehler am Kreis, ungenaue Zuspiele. Man will zu viel und vor allem ZU SCHNELL. Das ruhige „Durchspielen“ wird schon zu diesem Zeitpunkt vernachlässigt. Stefan zum 8:6. Und dann vergeigen wir reihen weise dickste Chancen. Treffen den zweiten 7m nicht und werfen Konter, freistehend, nicht in die 6m² rein. Minutenlang kein Treffer. Soviel kann der Tom gar nicht halten wie wir vorne verballern. Der Gastgeber geht dann irgendwann, konkret in der 21.Minute nach einem weiteren 7m durch Lars Lumpe, in Führung. Das Spiel wird offener. Willi, der enorm arbeitet, trifft. Dann auch Paul Flammiger und Stefan zum 10:11 für unsere Farben. Auch Paul Führer und Sören Pörsel per Konter zum 12:13. Da sind noch 70 Sekunden zu spielen. Und die Gastgeber machen noch die Führung. Dazu 2 Minuten für Paul. Ich war nicht in der Kabine. Bis auf die fehlende Wurfeffizienz dürfte doch aber wenig zu bemängeln gewesen sein. Den Ausgleich machen, so weiter spielen und treffen. Den Ausgleich macht der OHC. Sowohl zum 14:14 als auch zum 15:15 trifft unsere Nummer 15. Florian Weickelt. Aber eben auf laaaaange Zeit KEIN anderer. Nur einmal Falko Böhmer und dann erst wieder in der 45.Minute Danny Ulbrich. Zum 23:20. Es war von der Tribüne aus zu sehen, dass in Hälfte zwei zu diesem Zeitpunkt ein „anderes Team“ auf der Platte stand. Ohne Konzept. Ohne Spiel, ohne Organisation. Stefan Deutschländer, in Hälfte eins noch fünffacher Torschütze, fristete ein „nun setz mich doch mal ein – Jammerbild“ auf seiner Seite. Auch Danny auf Rechtsaußen kam kaum zum Zug.  Dresden stand in einer 6:0 Abwehr und wartete auf Fehlwürfe, auf Abspielfehler, auf Missverständnisse. Und das hatten wir jetzt alles. Unser Spiel, falls wir eins anzogen,  war „dechiffriert“. Kein Zug in die Lücken. Viel zu viel über und durch die Mitte. Tom schrie laut seine Vorderleute an, dass sie kaum noch verschieben würden. Dresden zeigte seine Klasse. Ruhig, überlegt, technisch sauber. Drin. Auch der nun eingesetzte Schetti hatte das gleiche Leid zu beklagen. Beim 28:21 in der 52. Minute ist der Kuchen gegessen. Sollte man meinen. Georg Katzer zweimal sehr überlegt. Der OHC nun mit einer sehr offensiven Abwehr, welche die Gastgeber doch ein wenig irritiert. Und kommt bis auf vier Tore wieder ran. (30:26). Kann aber auch in diesem Zeitraum beispielsweise das freie Tor (Dresden spielte bei Unterzahl weiter mit sechs Feldspielern ohne Torwart) nicht treffen. Dann ist Schluss. Die Sportfreunde Grießbach, Wunderwald und Lumpe machen insgesamt 21 Treffer. Diesen teilweise bundesligaerfahrenen Spielern haben wir an Coolness, Routine und Cleverness zu wenig entgegen zu setzen. Schade. Wir können solche Spiele nur erfolgreich bestreiten, wenn wir mit Herz und Verstand Tempi und System so variieren, dass wir „im Spiel“ bleiben. Am 29.Februar kommt der ESV Dresden in die Pließnitztalhalle. Dort holten wir die ersten zwei Punkte in der Verbandsliga. Dresden kommt als Dritter in die Oberlausitz. Alles bündeln, feste Konzentration, unerschütterlicher Glaube. Und los. Euer Alex

 

Der OHC Bernstadt mit:

Tom Seidel, Robert Schetter, Falko Böhmer(4), Stefan Deutschländer(6), Willi Bräuer(1), Paul Flammiger(1), Danny Ulbrich(2), Jordan Schmitz, Paul Richard Führer(1), Georg Katzer(2), Florian Weickelt(9), Danny Burkhardt, Toby Ronneberger, Sören Pörsel(1)

Trainer: Jens Heinze, Andreas Weickelt,

Physio: Jessica Sommerfeld

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