Die Frauen zu Hause gegen Bad Muskau

23:43:50 03.03.2020 von Alexander Klatte

Hol die Romy!

Ostsachsenliga Frauen

OHC Bernstadt – Rot Weiß Bad Muskau 26:15 (13:9)

Minuten vor dem Abpfiff wurde es nochmals hektisch. Luise schrie von der Bank, dass man „Romy holen solle“. Das klappte nicht ganz. Unsere Rechtsaußen hatte nach Urlaub und Erkältung kein „Fortune“ und blieb als einzige Feldspielerin ohne Treffer. Warum es nach dem Abpfiff dennoch ein paar Tränen gab… das klären die Spielerinnen intern. Denn die Leistung auf der Platte vor über 100 Zuschauern war eine Demonstration einer neu gewonnenen und verfestigten Stärke. Man kann alle Teams in Bernstadt schlagen. Und tut das in aller Regel auch (bei nur einem Unentschieden gegen Hoy). Und ich wiederhole mich gern: als Aufsteiger in diese Liga. Die Frauen des OHC Bernstadt. Was für eine Entwicklung haben unsere jungen Damen in den letzten Monaten hingelegt. Tabellendritter in der Ostsachsenliga. Als Vierter begann man gegen den Sechsten von der Neiße und hatte am Anfang so ein paar Nerven im Zaum zu halten. Ne, vorn lief es nicht wirklich. Zu hoch, zu ungenau. Keine Treffer zu Beginn. Dafür steht hinten der Block. Das ist schon ein Augenschmaus, wenn sich die Erdachsen am Kreis dem Ball folgend verschieben. Klare Übergaben, feste Zugriffe. Und wenn wirklich was durchkam: Kristin und im zweiten Abschnitt Chiara. Beide Torhüterinnen zeigten mehrfach hervorragende Reflexe und ließen insgesamt nur 15 Gegentreffer zu. Also statistisch nur aller 4 Minuten einen. Ein absoluter Spitzenwert. Na aber knapp so lange brauchte man auch, um vorn endlich den Riegel zu knacken. Nicole zum 1:0 und Steffi gleich hinterher. Und ja, sie mag es nicht: aber die „Zehlerin“ spielt in den letzten Wochen hervorragend. Da bekommen die Gegnerinnen ja teilweise Knoten in die Beine. Gemeinsam mit Nicole auf links gesetzt. Und cool ist ja: am Sonnabend hatten wir über rechts ein völlig gleichwertiges „Duo infernale“ (ich begrüße dich mit einem Hörnchen). Celine und Jasmin ergänzten sich glänzend. Hatte ihre Nerven im Griff und: trafen. Mit dieser Doppelspange war der OHC nur schwer auszurechnen. Schnell zieht man auf 6:2 weg. Auch Haußi lässt sich da nicht lumpen. Klasse. Ähm..Lu. Klar. Unsere Spielmacherin MUSS da auch „durch“. 7:3. Als es in der 16. Minute schon 9:3 steht, kann man böse Ahnungen für die Gäste haben. Aber als Sechster zeigen die Damen vom nördlichsten Zipfel des Landkreises, dass eine Grenzstadt nicht grenzwertig spielen muss. Klack, klack. 9:5, 10:8 nur noch. Trainer Holger Kunze feuert unentwegt seine Mädels an. Die Abwehr greift nicht mehr, wird teilweise nach einem Pfostenwurf von Steffi ausgekontert. Mädels? Mädels! Ja. Jazman sicher von der 7m, dann Lu und wieder Steffi. 13:9. Felix Bruchmann und Felix Randig leiten die Partie. Fast fehlerfrei. Die beiden 18-jährigen aus dem Oberland mussten sich im Spiel zuvor gar von Funktionären der Gäste aus Cunewalde (trotz Sieges des OHV!) beim Spiel der Männer OHC II gegen OHV II viele unschöne Worte anhören. Ehrlich, und das hatte ich auch gesagt: das geht gar nicht. Wenn man solche jungen Schiedsrichter so niedermacht steht der Handball in vier, fünf Jahren ohne die Männer in Schwarz da. Und da hoffe ich ja, dass Steffi immer noch spielt. Und weg ist sie, macht den nächsten Treffer zum 14:10. Nicht zu halten. Und Celine macht es genauso Klasse. Findet immer wieder die Schnittstellen und ist durch. Eines der besten Spiele unserer Rechtsaußen. Die jungen Fans unserer Mädels stimmen schon in der 40.Minuten mit O,OOOOOO, HHHHHHH, CCCCCCC….ein. 18:12 durch Milena. Na holla. Die geht durch die Abwehr. Völlig schmerzlos. Trifft zum 18:12. Und hinten packt sie zu. Auf die komplette Bank ist Verlass. Da kann Steffen Bundtke bringen wen er will. Jeder will sich zeigen, präsentieren. Und klar: ein jeder WILL noch mehr spielen. Diese Probleme hätten gern andere Trainer. Chiara pariert binnen Sekunden drei Würfe. Und nach vorn treffen nun auch Chantal herrlich in den Winkel und Lina. Vor allem aber Milena zieht jede Chance an sich und trifft. So wunderschön, dass dann eben auch Lena, nochmals Chantal und Lydia den Ball ins Tor werfen. Nur eben Romy noch nicht. Und Lu schreit…. Die Ostritzerin konnte es aber mit einem Lächeln verschmerzen. Sieg mit 11 Toren Unterschied. Es gibt schlimmeres als kein Tor zu werfen…Verlieren zum Beispiel. Aber davon war das Team von Steffen Bundtke heute weit entfernt. Danke die Damen. Gerne wieder, gerne mehr. Euer Alex

Der OHC Bernstadt mit: Chiara Skiba, Kristin Herold, Steffi Zehler(5), Luise Härtel(2), Lina Dehling(1), Jasmin Gläsel(4), Celine Bach(4), Chantal Freudenberg(2), Lydia Kubik(1), Lena Fels(1), Claudia Haußig(1), Lara Milena Kelterborn(4), Romy Pfalz, Nicole Miethe(1)

 

Trainer: Steffen Bundtke, Anne Teichgräber

Physio: Jessica Sommerfeld

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Kommentar von Thomas Bruckmann-Klippel | 04.03.2020

Als neutraler Beobachter und Schiri-Coach der beiden Felixe kann ich mich den Worten des Hallensprechers nur anschließen, und mich auf diesem Weg für dieses öffentliche Statement vor Spielbeginn im Namen der Jungs bedanken.

Emotionen auf der Platte, der Bank und der Tribüne gehören zum Handballsport - sonst wär’s ja langweilig - aber Beschimpfungen/Beleidigungen/Bedrohungen gegenüber den Schiedsrichtern haben hier nichts verloren! Wenn wir wollen, dass in ein paar Jahren ausreichend Schiedsrichter für die Absicherung des Spielbetriebes in allen Ligen zur Verfügung stehen, dann sollten wir ihnen auch mit dem gehörigen Respekt begegnen.

Das vorherige Spiel der 2. Männer vs. HVO Cunewalde 2 wurde mit den beiden Schiri-Jungs analysiert und Optimierungspotentiale angesprochen. Bezüglich des Spiels der Bernstädter Frauen gegen Parkstädterinnen aus Bad Muskau kann ich dem Spielberichtsverfasser aus meiner Sicht zustimmen –> eine fast fehlerfreie Spielleitung der Jungs (… mit einer kleinen Korrekturanmerkung: beide Jungs sind erst 16 Jahre alt).

Auf viele weitere schöne, spannende und faire Handballspiele

Sportliche Grüße aus Ebersbach-Neugersdorf

Kommentar von Alexander Klatte | 04.03.2020

Also dieses Mal war ich Hallensprecher und "Berichtserstatter" in einer Person. Danke für die Worte. Es gibt nicht wenige ehemalige Handballer (auch bei uns im Verein), die über diese Entwicklung von verbalen Entgleisungen nur den Kopf schütteln. Leider auch im Verbandsligaspiel danach gegen den ESV Dresden. Dort muss man klar und rigoros dagegen halten. Und ja: mit 16 Jahren ist die Leistung ja noch höher zu bewerten. Grüße aus dem Eigen. Alexander Klatte