Die 1.Männer in Radebeul

18:17:59 08.03.2020 von Alexander Klatte

Noch nicht mal beim Schreiben haben wir Nachwuchssorgen...

Das Ergebnis genau so knapp wie die Duschmarken

 

Verbandsliga Männer

Radebeuler HV - OHC Bernstadt 36:37 (18:18)

 

Auf ging es nach Radebeul. Während man im Hinspiel erfolgreich war, kann dies im Rückspiel immer anders aussehen. Die Mannschaft war jedoch guter Dinge, und so fand man sich in der Halle nach und nach ein. Heute fehlten Schetti im Tor, Alex auf der Halben und nochmal Alex am Schreibgerät. Nachgerückt sind dafür Markus Herold und Tobias Zerbin, die beide ihr Debüt in der 1. Männermannschaft haben und Bobby, der im Tor aushalf.  Damit hatte man einen Kader, in dem 11 von 14 Spielern zwischen 17 und 24 Jahren alt waren. Während dies für andere Vereine ein Grund zur Sorge sein könnte, denken sich die jungen Wilden vom OHC in bester Michael Wendler Manier: „Egal“.

 

Das Spiel wurde durch einen Treffer von Danny eröffnet und kurz darauf mit dem 1:1 ausgeglichen.

Dieses Ergebnis-Ping-Pong ist symptomatisch für das ganze Spiel. Radebeul gelang es nicht, die Führung zu behaupten, wenn Sie vorn lagen. Bis zur 18. Minute gestaltete sich das Spiel sehr abwechslungsreich. Es schien, als ob sich beide Mannschaften einen Wettbewerb liefern wollten, wer mehr Angriffe dumm vergeben kann, um den Gegner zu einfachen Toren oder Kontertoren zu verhelfen. Wir führen in der 11. Minute durch einen Treffer von Stefan mit 7:8. Auszeit Radebeul. „So weiter machen“, nicht so zeitig abschließen, schneller Handball ist gut, das Spiel geht weiter. Der OHC startet, macht nicht so weiter, schließt zu zeitig ab und Radebeul findet schnellen Handball und Konter anscheinend auch gut und macht direkt drei davon. Auszeit Bernstadt 10:8. Diesmal hören alle Spieler brav hin und schaffen es, nicht komplett zu versagen. Der OHC kämpft sich wieder ran. Willi bekommt den Ball in der Abwehr und sieht Steve zum Konter rennen. „Den Konter kann ich doch nicht spielen, das ist ein Kreisläufer!“ Das waren die Worte, zu denen Steve zum 11:11 einnetzte. Die einzig mögliche Reaktion des Heimteams war die erneute Auszeit, denn die ganze Handballwelt weiß: Wenn der Kreisläufer ein Kontertor macht, läuft irgendwas schief.


Das Spiel ging nach dem gleichen Muster weiter und so stand es zur Halbzeit 18:18. Der Unterschied war allerdings, dass nun der OHC immer vorlegte und Radebeul nachziehen musste. Nach der 17. Minute wird es den Gastgebern nur noch einmal gelingen, die Führung für einen kurzen Moment zu erspielen. Eine stabile Führung kann man sich jedoch auch nicht aufbauen. Es scheint für Bernstadt genauso unmöglich zu sein, eine komfortable Führung auszubauen, wie es für Tom im Tor unmöglich ist, zwei ordentlichen Pässe nacheinander zu spielen.

 

In der Kabine angekommen, wurde die Situation analysiert. Zu viele einfache Gegentore. Radebeul sucht konsequent den Abschluss und wir schaffen es nicht, dies zu unterbinden. Eine weitere Erkenntnis, die wohl dem ein oder anderen kam, man könnte zu wenig Bier dabeihaben. Unabhängig vom Spielausgang würde man wohl viel benötigen. Nur so ließ sich die vermeintliche Trauerstimmung in der Halbzeit erklären, obwohl man ja gut im Spiel angekommen ist.

 

Auf ging es in Halbzeit zwei und das übliche Hin und Her ging weiter. Florian Weickelt bewies absolute Nervenstärke beim 7-Meter und verwandelte vier seiner fünf Versuche. Mit einer 7-Meter-Erfolgsquote von 59% ist der OHC Bernstadt das Schlusslicht der Liga in dieser Statistik. Manche Mannschaften werden wohl bald 7-m-Strafen gegen sich provozieren, um die Trefferrate des OHCs zu drücken. Umso wichtiger waren also diese vier Treffer, die zu Florians sieben Feldtoren hinzukamen!

 

Absolut grandios war der Wille des gesamten Teams. Jeder versuchte, seinen Nebenmann zu motivieren und baute ihn auf, wenn eine Aktion danebenging. Die Bank war ebenfalls voller Tatendrang und ein Leistungsabbruch war bei Wechseln nicht zu verspüren. Die Zuschauer in der Lößnitz-Sporthalle konnten sicherlich alle nicht fassen, was im Zusammenspiel Florian – Danny Burkhardt passierte. Flo bindet Gegenspieler, spielt den Pass an den Kreis, vorbei an mehreren Gesichtern, Händen - eine gefühlte Zeitreise durch mehrere Epochen bis an den Anfang der Zeit - nur um dann in den Händen von Danny zu landen, der diese wichtigen Tore erzielt.

 

Zwei Minuten vor Schluss war der Auswärtssieg bereits sehr nah. Bernstadt vorn mit 2 Toren und Ballgewinn in der Abwehr. Jetzt Zeit runternehmen und... Fehlwurf, der Ball fälscht genauso ab, dass er dem Gegenspieler den Tempogegenstoß einleitet. Neuer Stand 36:37 kurz vor Anbruch der letzten Spielminute. Man will den Angriff runter spielen, nimmt etwas Zeit weg. Willi läuft sich ein wenig fest, wird aber vom Gegenspieler hart angegangen und in die Bank geschubst. Klassisches 2-Mal denkt sich das Schiedsrichtergespann, und Radebeul hat noch einen letzten Angriff, um auszugleichen. Zwanzig Sekunden werden genutzt, um in Bewegung zu kommen. Abschluss über den rechten Rückraum und der an diesem Tag Großteils glücklose Tom hält den Ball. Abpfiff. Bernstadt gewinnt. Ekstase auf dem Spielfeld und pure Freude.

 

Das war ein absoluter Arbeitssieg der ganzen Mannschaft und die beiden Punkte waren Bernstadt so wichtig wie der Hamsterkauf dem Coronavirus-Besorgten. Selbstverständlich wurde dies dann in der Kabine von einer absolut platten Mannschaft gefeiert.

 

Abzüge in Sachen Service gibt es für Radebeul in puncto Duschen. Bei vier Duschmarken für die ganze Mannschaft wusste man bei dem ein oder anderen nicht, ob dieser gestählte Männerkörper bereits Wasser gesehen hat, oder ob es sich um Restschweiß mit Duschbad handelte.

 

Nächste Woche geht es dann am Sonntag 16 Uhr auswärts gegen die SG Kurort Hartha. Im Hinspiel gelang ein deutlicher Sieg, der im kommenden Spiel wiederholt werden soll.

 

Der OHC Bernstadt mit: Tom Seidel, Bobby Burkhardt, Falko Böhmer (4), Stefan Deutschländer (3), Willi Bräuer (5), Steve Höhne (1), Luis Kahle (4), Paul Flammiger, Danny Ulbrich (5), Markus Herold, Paul Führer, Tobias Zerbin, Florian Weickelt (11), Danny Burkhardt (4)

 

Trainer: Jens Heinze, Andreas Weickelt

Physio: Jessica Sommerfeld

 

Klasse geschrieben von Tom Seidel (Anmerk. Alex)

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