Die 1.Männer in Radeberg

22:22:46 19.09.2020 von Alexander Klatte

Deutliche Signale

Verbandsliga Männer

Radeberger SV – OHC Bernstadt 30:18 (13:7)

Beginne ich mit dem positiven? Bei dem Spiel, dem Ergebnis? Mach ich doch gerne. Letztes Jahr gab es, ebenfalls dort als Auftaktpartie in die Verbandsliga, ein 32:18. Da spielte aber noch mit Nico Schott der Goalgetter in den Reihen der Gastgeber mit. Der fehlte heute bei den Gastgebern. Ansonsten fehlte bei denen nichts. Und an den gut agierenden und sicher die Partie leitenden Schiedsrichtergespann Hanschke /Tacke lag es auch nicht. Es lag an den in grau agierenden und zumeist schlecht reagierenden Gästen selbst. „Auswertungskurse“ noch während des Spiels, später in der Kabine. Na aber sicher kann man in Radeberg verlieren. Als letztjähriger Zweiter hat man glasklare Aufstiegsambitionen. Diese hat man in Vorbereitung der Saison mit Siegen gegen Sachsenligisten Cunewalde und Weinböhla auch untermauert. Radeberg ist ganz anders aufgestellt. Eine große Halle, 35 Werbepartner an den Wänden, ein ambitionierter Verein. Und dennoch hatte man sich was vorgenommen. Wir geben Vollgas, leisten uns keine technischen Fehler, keine Risikopässe. Entscheidend werde der Mannschaftsgeist sein. Der Mannschaftsgeist. Der Geist wurde zum Schreckgespenst. Bitte, bitte, was war das denn? Der OHC ohne die Feldspieler Falko Böhmer und Tony Ulbrich, dazu Paul Flammiger und Paul Richard Führer. Dafür aber mit ambitionierten Spielern wie Norman Jacobi im Tor, welcher sich mit Tom Seidel ablöste und einem Karl Bundtke, der bei seiner Rückkehr von Koweg Görlitz zu seiner Familie „brannte“. Dann fangen wir mal an… Beide Teams brauchen ein wenig. Nach 9 Minuten steht es 4:3. Willi brennt und trifft, Florian gleich doppelt. Aber die Gastgeber agieren abgeklärter, cleverer. Klar ist es Pech, wenn der Ball von Flo auf der Linie bleibt; Steve den Pfosten trifft. Radeberg spielt geduldiger. Wartet auf technische Fehler und hat ein gnadenlos perfektes Konterspiel. Zuckerpässe über 25, 30 Meter. Punktgenau auf die schnellen Außen. Drin. Wir sind zu langsam. Nicht nur in der Rückwärtsbewegung. In der gedanklichen Schnelligkeit (Ach der Ball war für mich?), in der Ballmitnahme (Dazu muss man den Ball aber auch beim ersten Mal schon sicher krallen), in dem Bestreben, den finalen Bruch in der Abwehr des Gegners zu setzen. Und so ziehen die Gastgeber immer weiter ihre Kreise. Passen, kreuzen, warten und spielen dann den entscheidenden Pass. Ich habe mir nicht genau vermerkt, wie viele Tore sie über die Außen machen. Zweistellig aber locker. Wir treffen in der 58.Minute (!) mit Karl zum allerersten Mal von dort. An unseren beiden Torleuten heute lag es nicht. Norman Jacobi und Tom Seidel hielten und den OHC längere Zeit im Spiel. Aber auch dort hatte der Gastgeber mit seinen beiden Torleuten die Nase vorn. Zehn, zwölf klarste Chancen? Frei durch und dann halbhoch? Es ist ja nicht so, dass wir so was nicht hatten. Aber neben einigen Würfen aufs Tor, die der überragende Jakob Wagner sensationell antizipierte, gab es auch mehrere „Rückgaben“ zu den Gastgebern. Schmackes Männer. Und so kommt eins zum anderen. Zu langsames Verschieben in der Abwehr. Vor allem in Unterzahl spielend ein viel zu schneller Versuch eines Torabschlusses. Die Halben kreuzen schlecht, reißen dadurch keine Lücken für unsere Außen. Ali Pfosten und dann noch 2 Minuten (die wirklich einzige Aktion, welche ich anders gesehen habe). Unserem Langen fehlen nach wochenlanger Krankheit auch noch deutlich ein paar Körner. Flo trifft. Nicht immer. Aber er ist der einzige, der das will. Immer und immer wieder. 8 Buden aus dem Feld sind mehr als ordentlich. Auch wenn sicherlich noch 6 Fehlwürfe dabei waren. Aber andere treffen überhaupt nicht. 13:7 zur Halbzeit. Und man hatte sich doch einiges vorgenommen. Nach einer schlechten kommt eine Gute Halbzeit. Nein, es wurde auch in Halbzeit zwei ein Le(h)er(n)stück. Nicht durchweg. Stefan macht alle drei 7m sicher. Steve zerrt an den Ketten. Trifft und bedient wunderbar. Bis auf sechs Tore ist man ja auch wieder ran (17:11). Aber Radeberg macht das einfach klasse. Acht Tore weg. Elf Tore weg. Trotz Tom im Tor. Einzelne tolle Aktionen wie die Zuspiele von Willi auf Flo, der dadurch immer wieder frei durch kommt, können den Eindruck aber nicht aufweichen, dass ein Großteil des Teams mental nicht auf der Höhe war. Zumindest nicht über die vollen 60 Minuten. Den zweifelhaftesten Satz habe ich nach Spielende gehört: „Das schlimmste Spiel haben wir hinter uns.“ Weit gefehlt. Das ist am nächsten Sonnabend. Zu Hause gegen Niederau. Wenn wir nicht all genannten Dinge abstellen. Das Potential ist dazu da. Nur man muss es klar benennen und abrufen. Wir haben heute viel gelernt. Das Hygienekonzept hat eine Menge Verwirrung geschaffen. Von den 15 zugelassenen Zuschauern für Gäste waren dann eben nur 10 da. Und wenn man keine Karten bekommt? Das ist schon alles schwer abzuschätzen. Zumal ja der ganze Block 6 für die Gäste ausgewiesen war (da passen vielleicht 80 Leute hin). Wir haben noch genau eine Woche Zeit, um wirklich alles zu optimieren. Sonnabend 18.30 Uhr Pließnitztalhalle. Zum ersten Heimspielwochenende. wir.zusammen.OHCfamilie

 

Der OHC Bernstadt spielte mit:

Tom Seidel, Norman Jacobi, Stefan Deutschländer (3), Willi Bräuer (1), Steve Höhne (1), Karl Bundtke (2), Luis Kahle, Danny Ulbrich, Alexander Paul (2), Danny Burkhardt, Toby Ronneberger, Georg Katzer (1), Florian Weickelt (8)

Trainer: Andreas Weickelt, Tony Ulbrich,  Physio: Jessi Sommerfeld

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