Die 1.Männer beim ESV Dresden

23:28:11 04.10.2020 von Alexander Klatte

Nicht zu erklären

Verbandsliga Männer

ESV Dresden – OHC Bernstadt 29:27 (13:15)

Es sind noch drei Minuten zu spielen. Freiwurf für den ESV. Stefan hatte zugepackt. Alles OK. Ein Spieler des ESV wirft von der Außen auf die Halbe. Dort steht Georg. Bei seinem Gegner. Steht, stand und geht. 2 Minuten. Und Georg versteht die Welt nicht mehr. Entweder war das Spiel durch den Wurf freigegeben oder um 5 Meter verrückt. Es ist eine von mehererererern Szenen, die das Spiel, vor allem das Ergebnis einer tollen Bernstädter Truppe vernichten. Es nutzt nun rein weg gar nichts, wenn die Schiedsrichter ein „fehlendes Fingerspitzengefühl“ bestätigen, der Trainer des ESV dem Spiel ein „sehr, sehr glücklich“ attestierte und ein nicht namentlich genannter ESV Verantwortlicher in (vermeidlicher) Konkurrenz zu Koweg meinte, dass man in der Schlussphase den Eindruck hatte, dass die Schiris aus Görlitz kommen. In der Summe fühlten sich die Spieler des OHC verschaukelt. Und dabei lieben ja die Schiris den Bernstädter Handball. Nach dem Spiel, als sich die ersten Sicherungen wieder hochgeschaltet hatten und mehrere Akteure der Schiedsrichtergilde zusammenstanden, kamen ja teilweise extrem hörenswerte Töne in mein Ohr. „Bernstadt kannst Du nicht beschreiben, das musst Du erleben. Ich bin so froh, dass ich dort das Sachsen-Pokal Spiel Ende Oktober gegen Zwenkau pfeifen darf. Eine Stimmung, unglaublich. Und das Bier (UNSER NIEDERSEIFERSDORFER!) …ich war aber letztens so was von zufrieden dort, dass ich Beifahrer war. Halb zwei Nachts war ich in Dresden.“ SO sieht uns Handball-Sachsen. Und so präsentierten sich unsere Spieler. Nach dem Spiel im Lokschuppen bei gefühlten dreißig, vierzig Fans, die schon Mitte der ersten Halbzeit das Kommando vollends übernommen hatten. Einen Dank an jeden von Euch. OHCfamilie. FORCA OHC! Es ist schlichtweg eine Sch…, dass man nach so einem Spiel nichts anderes schreiben kann. Und es wird ja gelesen. Nicht nur in der Oberlausitz. Nicht nur in Ostsachsen. Einfach irre. Zu diesem Spiel: Willi nach seiner Sperre „in der Schwebe“ und natürlich vor Ort. Steve und Schetti nicht dabei. Lassen wir es rocken! In der letzten Saison kassierte der OHC vier Niederlagen zu Beginn und mit einem Sieg im Lokschuppen begann die Wende, welche schlussendlich in Platz 9 mündete. Und ja, eine jede Erdachse wusste um diese Bedeutung. Von der ersten Minute nahm man den Kampf an. Ali trifft zum Ausgleich und nimmt das Spiel und Verantwortung auf sich. Eine unglaubliche Energieleistung, welche genauso mit eine mehr als fragwürdigen roten Karte (Darf ein Spieler nicht anmerken, dass der falsche Spieler vom Feld geschickt wird? Darf er gar nicht verbal kommunizieren? Mehr war es bei ihm nicht) endete und dem OHC ein 4 gegen 6 bescherte… Nicht zu fassen. Die Abwehr lässt noch zu viel zu. Ein bärenstarker Norman Jacobi kann nicht alle halten. Und wir bekommen ein, zwei 2 Minuten, welche uns nicht wirklich voranbringen. Die Gastgeber treffen einfach mehr. Bei uns registriere ich noch so eine kleine Art Halbherzigkeit im Abschluss. Der Torwart des ESV darf sich zu diesem Zeitpunkt „Chancentötus der 1.“ nennen. Luis kommt rein. DIE KRAKE. Mit seinen beiden „Tentakeln“ agiert er „zwischen 8 bis 20 Meter vor dem Tor“ – ohne sich großartig zu bewegen. Und das zeigt Wirkung. Aus einem 9:6 wir ein 11:12, weil der OHC nun sein Spiel aufdrückt, die Fehler besser und effizienter bestraft und in Norman Jacobi ein Klassemann zwischen den Pfosten weiß. Das baut alle Spieler auf, pusht das Selbstbewusstsein. Wie sich ein Danny Burkhardt herrlich in Szene setzt und trifft. Danny Ulbrich macht wieder seine Tore. Irgendwie. In allerbester Manier. Zwei Tore Führung zur Halbzeit. Soviel kann Andreas Weickelt in der Kabine gar nicht aussetzen. Natürlich müssen noch mehr Bälle ins Tor. Die einfachen zwei Minuten schaden mehr als ein durchlassen mit einem eventuellen Treffer, Sauber spielen, Chancen erarbeiten und treffen. Mehr nicht. Der OHC macht sehr viel richtig. Selbst in erneuter Unterzahl attackiert Luis unermüdlich und zwingt zu Fehlpässen. Flo hadert vor allem mit sich selbst trotz unermüdlichen Agierens. 17:17. Wir treffen zu wenig und Norman, später auch Tom halten den OHC auf Schlagdistanz. 19:19. Wieder 7m für den ESV. Dann kommt ein deutliches „Das geht heute an uns“ auf die Platte. Vom Gast. Ich agiere zwischen Fotograf, Schreiberling, Masseur und Motivator…alles in einem. Wir sind fest zusammen. Ob nun Ali oder Luis Konterbälle aus den „oberen Stratosphären“ runterholen und abfangen oder unsere Keeper einfach nur glänzend parieren. Dieses Mal 10 Minuten vor Schluss führen wir mit 24:21. Da lässt es Flo krachen. Da zeigt die Uhr 49:25. Der Rest geht in einem unglaublichen Kopfschütteln unter. Es obliegt mir im Entferntesten, mich über irgendeinen Aktiven des Spiels zu positionieren. Wir haben uns nach dem Spiel ordentlich, sachlich und fair ausgetauscht. Auch da gab es immer noch unterschiedliche Ansichten, aber auch eben ein „hätte man anders auch sehen können“. Die Aktion, als Flo aus Sicht der Schiris keine Lücke mehr hatte. Er aber durch war und dann ohne Konsequenzen 7m reif gefoult wurde. Das waren dann eben auch die Szenen, welche der sehr loyale und angenehme Heiko Hoffmann, seines Namens Trainer des ESV, als „sehr glücklich“ benannte. Wir haben noch keinen Punkt in dieser Saison. Tabellenvorletzter. Mit dem HSV Dresden II kommt der verlustpunktfreie Tabellenzweite nächsten Wochenende in die Pließnitztalhalle. Die Chancen auf einen Sieg stehen 1:99. Aber dieses eine Prozent werden wir mit genehmigten 200 Zuschauern aber so was von aufbauen… Kommt alle! Kontaktiert mich wegen Jahreskarten. Das sind unsere Jungs! Wir.zusammen.OHCfamilie. Euer Alex

Der OHC Bernstadt mit:

Tom Seidel, Norman Jacobi, Stefan Deutschländer (3), Karl Bundtke (1), Tony Ulbrich (1), Danny Ulbrich (3), Alexander Paul (7), Maik Schubert, Georg Katzer, Florian Weickelt (3), Danny Burkhardt (2), Luis Kahle (2)

Trainer: Jens Heinze, Andreas Weickelt

Physio: Jessi Sommerfeld

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