Saisonrückblick Teil 1

16:00:50 02.05.2018 von Alexander Klatte

Die Saison 2017/18 des OHC Bernstadt

Ein sicherlich verkürzter, unvollständiger und noch nicht abgeschlossener Blick auf das Geschehen unsere „Erdachsen“ im Handballbereich. Teil 1

Beginnen möchte ich, wie im letzten Jahr, mit dem Hinweis, dass die Saison noch nicht ganz vorbei ist. Die männlich B erreichte, ähnlich der männlich C im letzten Jahr, das sächsische Pokalfinale und der OHC Bernstadt bewirbt sich um die Austragung der Endrunde. Kekkers Buben wieder ganz stark. Dazu später mehr.

Ich möchte, man respektiert dies hoffentlich, zum Männerbereich meine ersten Worte finden. War die Saison erfolgreich? Was bedeutet Erfolg? Es gibt zig Synonyme hierfür: Triumph, Sieg, Gelingen, Errungenschaft, Glück, Gedeihen, Durchbruch, Fortschritt, Wirksamkeit, Treffer, Volltreffer, Gewinn, Trumpf. Auswirkung, Folge, Effekt, Fazit, Resultat, Ergebnis, Summe, Endsumme, Bilanz. Zulauf, Zustrom, Zuspruch, Anerkennung. Publikumserfolg, Schlager, Verkaufsschlager, Hit, Kassenschlager.

Die Enttäuschung war natürlich groß, dass Oberlichtenau es gegen Dresden nicht schaffte und die 1.Männer „nur“ Vizemeister in der Ostsachsenliga wurden. Punktgleich mit nur 8 Minuspunkten gegen eine Truppe, welche sich zur Halbserie noch kurz den Torschützenkönig der Sachsenliga 2016/17 aus der Lessingstadt Kamenz holte. Wie auch immer, als „Kinder- und Jugend Sport Club“ Dresden. Und es ist müßig zu hinterfragen, wo es denn nicht gereicht hatte. Vier Sekunden vor Schluss kassierte man in Oberlichtenau in Unterzahl den entscheidenden Treffer. 17 Minuten traf man in Hoyerswerda nach der Pause nicht ins Tor. Zu Hause konnte man eine Halbzeitführung gegen Dresden nicht verteidigen. Und in Dresden war man chancenlos. DEN „REST“ HAT MAN ALLES GEWONNEN. ALLES. Der OHC Bernstadt war als Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt von 24,4 Jahren als jüngstes Team der Liga unglaublich stabil und begeisterte die Zuschauer in der oft gut gefüllten Halle mit Tempo, Spielwitz und einer nie aufhörenden Leistungsbereitschaft. Gegen beide Absteiger der Verbandsliga gewonnen, in Schleife bei Pokalsieger und, und, und. Erfolge lassen sich nicht nur in Zahlen messen. Mit einem Weggang (Florian Höhne zu Koweg Görlitz) und Zugängen ausschließlich aus dem eigenen Nachwuchs. Bei dieser Liga, die so qualitativ hoch besetzt war wie noch nie. Das Trainergespann Andreas Weickelt und Jens Heinze setzten konsequent ihre Philosophie durch. Und der Bernstädter Handball hat deutlich spürbar an Reputation gewonnen. Und das nicht nur in der Fachzeitschrift des HVS. Von unglaublich vielen Seiten hörte man in den Gesprächen während der Saison die Hochachtung vor diesem „kleinen Club“ irgendwo zwischen Löbau, der Neiße und dem Zittauer Gebirgsland. Das machen „die alles alleine“. Sie haben acht Mannschaften im Spielbetrieb, und dabei keine einzige als Spielgemeinschaft. Dahinter steht eine aktive Schar von Helfern, Unterstützern und positiv „Verrückten“, welche im Kern eines verbindet: der Handballsport als solches mit all seinen Facetten. Ein Familienverein über mehrere Generationen. Und immer an den Nachwuchs denken. Wenn man das „Leuchten in den Augen“ der Minis sieht, den jüngsten Erdachsen, dann weiß man, das man vieles richtig gemacht hat. Aber wie in jeder Familie gibt es nicht nur „Friede, Freude, Eierkuchen“. Nicht jeder ist zufrieden mit der Arbeit, mit dem Geleisteten, dem System und der Ausrichtung des Vereins. Es gab auch schmerzhafte Trennungen. Die taten weh, schärften die Sinne und forderten teilweise ein Umdenken. Wir können als Verein weiterhin nur so funktionieren, wenn es eine schnelle und transparente Kommunikation auf allen Ebenen gibt. Dann bleiben wir auch weiterhin so erfolgreich wie in dieser Saison. Denn nicht nur die 1.Männer hatten großartige Momente. Die 2.Männer mutierte unter Trainer Uwe Scheibler vom Party-Weltmeister zum Party-Schreck. Meist für den Gegner. Als Aufsteiger aus der Oberlausitzliga kommend wird man mit einem Tor Differenz – Ostsachsenmeister in der Ostsachsenklasse. Der Altersdurchschnitt ist nicht bekannt, liegt aber sicherlich noch deutlich unter denen der 1.Männer. Mit teilweise 17-jährigen, welche in der kommenden Saison noch in der A spielen werden. Das, meine lieben jungen Herren, war erste Sahne. Zudem konnte man sich bis ins Halbfinale des Pokals spielen und dort eine Wahnsinnsleistung gegen Hoy II hinlegen. Das Zusammenlegen des Trainings der Männer zeigte deutlich Wirkung. Es entsprach den Erfordernissen und Gegebenheiten. Ein Großteil beider Teams studiert, lernt oder arbeitet nicht in der Stadt oder der näheren Umgebung. Einen „OHC Dresden“ könnte man locker auf die Beine stellen. Es wird sich auch in der neuen Saison kaum was ändern. Mit dem zusätzlichen Spielbetrieb einer neuen männlich A wird man sich unter der Woche immer absprechen müssen, wer wo in den Farben des OHC aufläuft. Jetzt schauen wir erst mal auf das nächste Wochenende, wo nach dem Männertag der OHC Bernstadt zum Handballfest einlädt. Best of 2018. Euer Alex

Zurück

Einen Kommentar schreiben