Da bleibt nur Kopfschütteln

18:53:54 03.09.2018 von Torsten Riccius

Im Spielplan der vergangenen Saison tauchte in der Männer-Ostsachsen-Liga mit dem KJS-Club Dresden überraschend eine neue, zusätzliche Mannschaft auf. Überraschend deshalb, weil im Vorfeld darüber weder informiert noch um Zustimmung gebeten wurde. Vom Vorsitzenden der SBL war dann zu erfahren, dass man einem Ersuchen des HVS-Präsidenten nachgekommen sei, der zuvor mit gleichem Anliegen bei der eigentlich territorial zuständigen SBL Sachsen-Mitte auf Ablehnung gestoßen war.

KJS-Club Dresden ist eine Neugründung und wollte aufgrund der vermeintlichen Spielstärke gleich in eine höhere Spielklasse eingeordnet werden, was sich rein sportlich später als durchaus berechtigt erwies. Da ein Aufstiegsrecht nicht vorlag, war die Entscheidung von Sachsen-Mitte zumindest rechtlich korrekt. Zur Einordnung in die OS-Liga hätte es aber laut HSV-Spielordnung eines ordnungsgemäßen Antrages und eines Beschlusses der SBL bedurft. Beides lag nicht vor. Es wurde weder der Vorsitzende darauf hingewiesen, noch haben die „betroffenen“ Vereine dagegen Einspruch erhoben. Die mit diesem rechtlichen Mangel behaftete und vom Vorsitzenden der SBL im Gremium durchgesetzte Entscheidung wurde also letztendlich akzeptiert. Nach Saisonende belegte KJS-Club  Dresden den 1. Tabellenplatz und damit den laut Ausschreibung einzigen Aufstiegsplatz zur Verbandsliga. Der Aufstieg ist rechtens, unanfechtbar und sportlich auch völlig verdient.

Zusätzlich und in der Hoffnung auf Verständnis beim HVS, da ja mit einer Mannschaft mehr um die Meisterschaft gespielt wurde, meldete der OHC Bernstadt auch für die neue Verbandsligasaison. Die Einordnung in den Landes-Pokalwettbewerb des HVS wurde als logische Konsequenz der Meldung für die Verbandsebene gewertet. Erst die Veröffentlichung der Staffel-Einteilung durch den HVS machte klar – der OHC „bleibt draußen“, ohne auch nur irgendeine Information an den OHC. Alle Bemühungen, doch noch in die Verbandsliga-Staffel-Ost eingegliedert zu werden, blieben erfolglos. Ein erneuter und von den verantwortlichen Stellen selbst „ins Spiel gebrachter“ offizieller Antrag des OHC auf die Zuerkennung des Aufstiegsrechts, der vom Vorsitzenden der SBL OS unterstützt wurde, wurde sehr spät und nur mit einem knappen rechtlichen Verweis auf die Aufstiegsregelungen des Vorjahres abgelehnt. Auch auf dem Rechtsweg war weder der Aufstieg der Dresdner anfechtbar – was auch rein sportlich gesehen nicht im Interesse des OHC lag, aber auch kein zusätzlicher Aufstiegsplatz durchsetzbar. Zwar wurde durch den Vorsitzenden des OHC noch ein Einspruch beim Verbandsschiedsgericht des HVS gegen die Ablehnung eingelegt, aber nach einem Gespräch mit dessen Vorsitzenden wegen mangelnder Erfolgsaussicht wieder zurückgenommen. Zwar wäre aufgrund der oben geschilderten rechtlichen Mängel eine Entscheidung zugunsten des OHC denkbar gewesen, eine Eingliederung in die Verbandsliga wäre aber dennoch unmöglich, da durch den zeitlichen Verlauf des Verfahrens die neue Meisterschaftsrunde bereits begonnen hätte. Also allenfalls ein Sieg „für die Galerie“ mit unabsehbaren Folgen für die Spielbezirksleitung Ostsachsen.

Dabei lag eine Lösung ja auf der Hand, völlig unkompliziert und sportlich sauber. In der Verbandsliga-Staffel-West blieb ein Teilnehmerplatz mangels Aufstiegsinteressenten unbesetzt. Auch den beiden Absteigern blieb der Gang zurück auf die Bezirksebene erspart. Hier wurden die Regeln der Ausschreibung zu Aufstieg/Abstieg nicht umgesetzt. Warum also wurde nicht eine Mannschaft aus dem westlichen Territorium der Ost-Staffel in die West-Staffel eingeordnet, um so dem OHC den Aufstieg in die Verbandsliga-Ost zu ermöglichen? Was übrigens kein Novum gewesen wäre.

Man wollte es offensichtlich nicht. Und nach einer Bewertung des gesamten Geschehens bleibt bei mir nicht nur der Eindruck, dass man es hätte besser, nämlich sportlich lösen können, sondern auch ein unguter Beigeschmack. Ich kann es nur mit Kopfschütteln quittieren.

Auf eine Erklärung bzw. Begründung dafür, weshalb man diesen sportlichen Lösungsweg für den OHC im HVS-Präsidium nicht einschlagen wollte, wartet der OHC übrigens noch heute.

Bernd Riccius

Beisitzer in der Bezirksrechtskammer
und im Verbandsschiedsgericht

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