Ein paar Gedanken zu 2019 20

10:40:15 27.06.2020 von Alexander Klatte

Die Saison 2019/20 - ein sicher unvollständiger Rückblick

 

Liebe Handballfreunde,

wo fängt man denn an, wenn noch nicht mal genau klar war, wann die Saison beendet wurde? „Drunter und drüber“ war der Schluss sicherlich nicht. Zumindest geordneter als in anderen Sportarten wurde die Saison im Frühjahr beendet. Eine besondere Saison sollte es für den OHC Bernstadt werden, und: wurde es auch. Eingebettet in 90 Jahre Handballgeschichte und vielen erfreulichen Tatsachen und Entwicklungen. „so wie die Alten sungen…, über 50 Jahre davon mit Bergbautradition. Das „Steigerlied“ zu besonderen Anlässen zeugt von dieser ruhmvollen Vergangenheit. Ein paar persönliche Anmerkungen also hier von mir. Weniger mit Statistik, vielmehr so der „Blick dazwischen“. Für manch Spieler ist es eine besondere Ehre, sich in den neuen Outfits zu präsentieren. Das geht dann auch mal in der Kirche. Oh Mann, ich werde keine Namen nennen. Aber allgemein ist die Außendarstellung unseres Vereins einer besonderen Note würdig. Dieser Verein lebt, knallt und wird vor allem hier in der Oberlausitz immer mehr „zum Hingucker“. Und da erzähle ich es gern nochmal, dass mein Schwager sich nun endlich von der Sportschau am Sonnabend im Fernseher abgewandt hat und gemeinsam mit vielen Freunden aus Berthelsdorf, Strahwalde oder Herwigsdorf sich ein neues Ziel gesetzt hat: Heimspielwochenende in Bernstadt. Wenn man reflektiert, dass der Verein sich vor zweieinhalb Jahren in einer tüchtigen Schieflage befand, reibt man sich verwundert die Augen, was dort, was hier entstanden ist. Breit aufgestellt, auf viele Schultern verteilt und mit Demut und Respekt den anstehenden Aufgaben begegnend. Man ist stolz auf das erreichte. Das ehrlich vollbrachte. Teil dieser Familie zu sein. Es ist noch längst nicht alles perfekt, aber vieles auf einem guten Weg. Im Erwachsenenbereich haben wir natürlich mit den jeweiligen 1.Mannschaften der Frauen und Männer richtige „Zugpferde“. Da wird unterstützt auf den Rängen, leidenschaftlich mitgefiebert. Ein 3.Platz bei den Frauen, die Männer Platz 9. Beide als Aufsteiger. Die Halle „flog mehrfach aus dem Rahmen“. Ich weiß nicht, ob es 350 Fans waren, die im Sachsenpokal Viertelfinale den Anschlusstreffer von Paul Richard Führer eine Minute vor Schluss gegen den haushohen Favoriten aus Weinböhla bejubelten. Und nach Spielschluss auch den Gegner beklatschten. Es ist dieses „wir kleiner Dorfverein“ gegen die Hauptstadt und andere Riesen. Immer wieder neu. Nicht alles gelang. Aber den Respekt von den Zuschauern, auch oft von den Gegnern ist uns sicher. Das schweißt zusammen. wir.zusammen.OHCfamilie. Und öffnet Türen. Es gehört mittleiweile zum guten Ton, dass man diesen Verein unterstützt. Da werden „alte Seilschaften“ aktiviert und „das Tafelgetränk des OHC Bernstadt“ erlebt mit dem süffigen Niederseifersdorfer Pils, einer besonderen veganen Hopfenblütenkaltschale, ungeahnte Höhenflüge. Einen Kleinbus nennt der Verein nun sein eigen. Die Fraktion des „OHC Dresden“ nutzt diesen ebenso wie alle Trainer zu den Spielen am Wochenende. Die Sächsische Zeitung entdeckt den Handball wieder. Und bei allem Respekt: Wer kann jedes zweite Wochenende solche Zuschauerzahlen melden? Auch in den sogenannten „Premiumsportarten“ wohl kaum einer hier in Ostsachen. 60 Minuten Action, Kampf, Leidenschaft. Einen ganzen Nachmittag voll ein Tollhaus an der Pließnitz. Und vor allem: handballerisch fair. Das müssen einige aus anderen Sportarten noch lernen. Notfalls sage ich das an. Hoffentlich mit neuer Sprecheranlage. Auch hier stehen die Anzeichen auf Besserung. Die Stadt (verwaltung) ist eine große Unterstützung. Da „rennt man offene Türen“ ein. Was machbar ist – wird gemacht. Ein Router ist installiert. Auch hier ein Dankeschön.  Wo viel Licht ist…natürlich haben auch wir Schattenseiten. Die Hallenauslastung ist schon ausgereizt. Wir benötigen Stellräume, Lagerräume. Die Teeküche ist locker überlastet. Im Nachwuchs läuft nicht alles bestens. Bei den Minis werden wir „überrannt“. Und auch in danach sieht es sehr gut aus. Die Lücken reißen dann ab der D. Spätestens C. Dort können wir keine eigenständigen Teams zusammenstellen. Mägdelein und Knäbelein sind getrennt. Aber genau dieser Nachwuchs ist unsere Basis. Unsere Zukunft. Dort bedarf es noch mehr „Werbung“ in den Schulen, in den Sozialräumen. Sport als Sozialkompetenz. Unstrittig ein Fakt. Es gibt immer was zu tun. Wir machen das. Wann genau die neue Saison beginnt? Im Herbst. Hoffentlich. Es kribbelt schon. Es wird trainiert. Auch mit neuen Gesichtern auf der Platte, auf den Trainerbänken. Ich freu mich schon riesig. Euer Alex

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